Direkt zum Inhaltsbereich

Nord-KVen

Viel Misstrauen, kaum Reform

Veröffentlicht:

HAMBURG / BAD SEGEBERG. Die Nord-KVen sehen in den gesundheitspolitischen Plänen der möglichen Großen Koalition ein Zeichen mangelnder Wertschätzung gegenüber der Arbeit der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Mit "herber Enttäuschung und Entsetzen" reagierten sie auf die Kernpunkte.

Schleswig-Holsteins KV-Vorsitzende Dr. Monika Schliffke hält die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl von 20 auf 25 Stunden pro Woche für eine Beleidigung des ganzen Berufsstandes und für eine Verkennung der Realität. Sie verweist darauf, dass Vertragsärzte schon heute im Schnitt mehr als 50 Stunden pro Woche arbeiten und empfiehlt den Politikern: "Statt ideologische Gerechtigkeitsdebatten zu führen, sollten die möglichen Koalitionäre dafür sorgen, dass die erbrachte Leistung auch voll bezahlt und nicht wie bisher durch Honorarbudgets gedeckelt wird." Schliffke vermisst in den Plänen Reformkonzepte, um Probleme wie drohenden Ärztemangel zu lösen. Stattdessen erkennt sie Misstrauen, das sich etwa durch ein Mitberatungsrecht der Bundesländer in den Zulassungsausschüssen ausdrückt – für sie "der nächste staatliche Eingriff in die gemeinsame Selbstverwaltung".

Auch für Hamburgs KV-Chef Walter Plassmann stellt das von ihm wahrgenommene Misstrauen in den Mittelpunkt seiner Bewertung. "Es verkennt, dass es vor allem die Selbstverwaltung ist, der unser hervorragendes Gesundheitssystem seine Qualität verdankt." Stattdessen werde der staatliche Einfluss verstärkt.

Plassmann befürchtet, dass dieser Weg in ein staatliches Gesundheitssystem münden wird – mit der Konsequenz, dass freie Arztwahl und freier Zugang zu medizinischen Leistungen abgeschafft werden. "Andere Länder beneiden uns um unser System – und hier wird alles getan, um es zu zerstören", sagte Plassmann. Insbesondere im Zusammenhang mit den Terminservicestellen wirft er SPD und CDU "Scheinargumente um die angeblich fehlende Gerechtigkeit in der Versorgung von gesetzlich und privat versicherten Patienten" vor.(di)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Tipps der Bundesärztekammer

Wie Ärzte Fake News und Deepfakes erkennen

IGES-Gutachten

Bei den Krebsregistern bremst föderale Vielfalt die Datenqualität

Kommentare
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Auf einer Waage befindet sich ein Apfel sowie ein Maßband, daneben lieben Hanteln und ein grüner Blattsalat

© Davizro Photography / stock.adobe.com

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

 erschöpfter Malermeister

© Adobe Firefly / Andrea Schudok / generated by AI

Kasuistik

Schwindel und Leistungsknick: Was sehen Sie im EKG?

Ältere Frau sitzt auf dem Boden und hält sich den Kopf.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Stürze vermeiden!

Synkopen wegen Blutdruck-Schwankungen: Worauf es dann ankommt