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Viele Kliniken rutschen ins Minus

ITZEHOE (di). Die prekäre Finanzsituation der Kliniken im Norden verlangt nach Ansicht des CDUGesundheitspolitikers Dr. Rolf Koschorrek eine Reaktion der Politiker. Der Bundestagsabgeordnete fürchtet, dass besonders die wirtschaftlich arbeitenden Häuser Nachteile erleiden.

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"Es besteht die Gefahr, dass die Bemühungen der wirtschaftlich arbeitenden Krankenhäuser konterkariert werden. Das dürfen wir nicht zulassen", sagte das Mitglied des Bundestagsgesundheitsausschusses bei einem Besuch im Klinikum Itzehoe.

Zahnarzt Koschorrek will erreichen, dass die Budgeterhöhungen für Kliniken nicht länger an die Veränderung der Grundlohnsumme gekoppelt sind. Auch der Sanierungsbeitrag der Kliniken und die Investitionsförderung müssen nach seiner Ansicht überdacht werden.

Grundsätzlich hält das Mitglied des Bundestagsgesundheitsausschusses eine stärkere Betonung der Chancen des Gesundheitsmarktes, statt einer reinen Kostenbetrachtung für notwendig. Unter diesen geänderten Voraussetzungen hätten nach seiner Ansicht wirtschaftlich geführte Kliniken wie das von ihm besuchte Klinikum Itzehoe gute Chancen, sich weiter zu entwickeln.

Das Haus in Schleswig-Holstein wird nach Angaben von Verwaltungschef Bernhard Ziegler in diesem Jahr voraussichtlich das erste Mal rote Zahlen schreiben, weil Tarifanpassungen und Sachkostensteigerungen nicht mehr ausgeglichen werden können. Das Klinikum Itzehoe zahlt bei einem Gesamtumsatz von rund 80 Millionen Euro bislang rund 50 Millionen Euro für Personal, davon rund 17 Millionen für die Ärzte.

Unter den bisherigen Bedingungen konnte das kommunale Haus noch zwei Millionen Euro Gewinn erwirtschaften, die in die Modernisierung investiert wurden. Die jetzt anstehenden Kostensteigerungen werden das Haus in die roten Zahlen rutschen lassen, ohne dass noch Einsparungen möglich sind, die die Patienten nicht weiter belasten.

Zugleich stellte die Klinikleitung klar, dass sie die Tariferhöhungen für unverzichtbar hält: "Die Forderungen der Belegschaft sind in Ordnung." Schon jetzt arbeitet das Personal nach Auskunft von Unfallchirurg Dr. Holger Dörr "am Anschlag". Nach seinen Angaben überlegen viele Kollegen, besser dotierte Stellen an anderen Standorten anzunehmen. Verschärft wird die Arbeitsbelastung, weil Arztpraxen nicht mehr für die gewünschte Entlastung sorgen können - Praxisnachfolger sind schwer zu finden.

Von einer ähnlichen Entwicklung hatten jüngst auch andere Krankenhäuser im Norden berichtet. Die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein erzielen wegen des bundesweit niedrigsten Basisfallwertes die geringsten Erlöse. Koschorrek sieht in dieser Frage die Landesregierung in der Pflicht, auf eine Angleichung zu drängen. Gesundheitsministerin Dr. Gitta Trauernicht (SPD) will hierfür wie berichtet die Gesundheitsministerkonferenz der Länder im Sommer in Kiel nutzen.

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