Online-Register

Viele Rheuma-Patienten von COVID-19 wieder genesen

Viele Rheumatologen haben Patientendaten an das neue COVID-19 Online-Register der DGRh gemeldet. Daten von über 100 Patienten wurden bereits ausgewertet.

Von Anke Thomas Veröffentlicht: 15.05.2020, 10:42 Uhr

Berlin / Essen. Sechs Wochen nach dem Start des Online-Registers, das die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und die Universität Gießen initiiert haben, haben sich 168 Rheumatologen registriert. 95 davon haben bereits Rheumapatienten, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben, an das Register gemeldet.

Mit Stand vom 14. Mai 2020 wurden 180 Rheumapatienten mit COVID-19 gemeldet. Von diesen sind über 120 bereits wieder genesen, 14 sind gestorben. Bei den übrigen Patienten stehen die Angaben zum weiteren Verlauf der COVID-19-Erkrankung noch aus.

Die Gestorbenen litten – neben Rheuma – unter weiteren Erkrankungen (Bluthochdruck, Lungen- oder Herzerkrankung etc.) und waren bis auf drei Ausnahmen zwischen 70 und 81 Jahre alt. Zwei der etwas jüngeren wiesen in ihrer Vorgeschichte auch eine Tumorerkrankung auf.

Hälfte der Verstorbenen sind Männer

Auffällig bei den 14 Verstorbenen ist auch, dass die Hälfte von diesen Männer waren, erklärt Professor Christof Specker, Leiter der Ad hoc Kommission COVID Register der DGRh im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“. Die Ad hoc Kommission ist für die Durchführung und wissenschaftliche Begleitung des Projekts verantwortlich.

Das Ergebnis ist deshalb etwas überraschend, da deutlich mehr Frauen an Rheuma erkranken als Männer, so Specker weiter, der auch Direktor der Rheumaklinik an den Kliniken Essen-Mitte ist. Eine Besonderheit des COVID-19-Rheuma Registers der DGRh ist, dass in diesem auch der Ausgang der erkrankten Patienten im Verlauf erfasst wird. Wenn ein Rheumatologe die Daten eines Patienten meldet, wird er zwei bis vier Wochen danach erinnert, die weitere Entwicklung mitzuteilen, sagt Specker.

Angesichts der Tatsache, dass rund 700 Rheumatologen in Deutschland tätig sind, zeigt sich die DGRh mit dem Engagement ihrer Mitglieder sehr zufrieden. Ziel des Projektes ist die Erfassung von mindestens 1000 COVID-Patienten.

Mit den Ergebnissen erhofft sich die DGRh vor allem auch Aussagen zum Einfluss der medikamentösen Therapie von Rheumapatienten zu gewinnen. Denn mit modernen Arzneimitteln, so Specker, sind bei den meisten der bisher untersuchten Infektionen, die Risiken geringer, als zum Beispiel bei einer Behandlung mit Cortison. Ob dies auch für die Corona-Infektion gilt, soll mit den Daten des Registers beantwortet werden. Seite 4

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