Weltgesundheitsorganisation

WHO: Viele Todesfälle unter 70 durch nicht übertragbare Krankheiten

Nicht übertragbare Krankheiten wie KHK oder Diabetes sind für viele unnötige Todesfälle unter 70 verantwortlich. Die WHO fordert weltweit mehr Interventionen – und erwartet einen hohen Nutzen dadurch.

Veröffentlicht:
Herzbeschwerden: KHK und andere nicht übertragbare Krankheiten sind für Millionen unnötige Todesfälle verantwortlich, berichtet die Weltgesundheitsorganisation.

Herzbeschwerden: KHK und andere nicht übertragbare Krankheiten sind für Millionen unnötige Todesfälle verantwortlich, berichtet die Weltgesundheitsorganisation.

© Eisenhans / stock.adobe.com

Genf. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und andere nicht übertragbare Krankheiten werden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit unterschätzt. Alle zwei Sekunden sterbe auf der Welt ein Mensch unter 70 Jahren an einer solchen Krankheit, berichtete die WHO am Mittwoch.

Es sei bekannt, was dagegen zu tun sei, sagte Bente Mikkelsen, Leiterin der Abteilung für nicht übertragbare Krankheiten (NCD) bei der WHO in Genf. „Wir müssen die Interventionen nur überall umsetzen.“ Dazu gehörten eine Reduzierung des Tabakkonsums, eine gesündere Ernährung, weniger Alkohol, mehr Sport und bessere Luft.

Aber 85 Prozent der Kranken lebten in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen, schreibt die WHO in ihrem Bericht. Sie hätten bei einer Erkrankung oft wenig Aussicht auf angemessene Behandlung.

140 Milliarden Euro Ausgaben, 2,7 Billionen Euro Nutzen

Zusätzliche Gesundheitsausgaben von 140 Milliarden Dollar (rund 140 Milliarden Euro) bis 2030 könnten diesen Ländern einen wirtschaftlichen Nettonutzen von 2,7 Billionen Dollar bringen – unter anderem, weil behandelte Kranke wieder arbeiten können.

Nicht übertragbare Krankheiten seien für 74 Prozent aller Todesfälle weltweit verantwortlich. Wenn die bekannten und wirksamen Interventionen umgesetzt würden, könnten bis 2030 weltweit 39 Millionen Menschenleben gerettet werden und unzählige Menschen könnten länger und glücklicher leben, heißt es in dem Bericht.

Datenportal ermöglicht Ländervergleich

Die WHO startet gleichzeitig ein interaktives Datenportal, in dem sich die Lage in jedem Land der Welt anschauen lässt. Dort zeigt sich, dass unter anderem etwa Schweden, Norwegen, Italien und Australien am wenigsten durch nicht übertragbare Krankheiten belastet sind. Es sind auch Vergleiche zwischen Ländern möglich.

Im Vergleich zu Deutschland hat Frankreich größere Probleme mit Fettleibigkeit und schlechter Ernährung, aber die Franzosen sind körperlich aktiver. In Italien gibt es zwar mehr Alkoholprobleme, aber weniger Herz-Kreislauf-Krankheiten als in Deutschland. Die Datenlage ist aber nicht in allen Ländern gleich gut. (dpa)

Mehr zum Thema

Strenge Regelungen

Blick über den Tellerrand: Japan ist konservativ beim Impfen

Das könnte Sie auch interessieren
Einem stabilen Herzrhythmus auf der Spur

© Gruzdaitis / Fotolia

Herzrhythmusstörungen

Einem stabilen Herzrhythmus auf der Spur

Kooperation | In Kooperation mit: Trommsdorff GmbH & Co. KG
Elektrolyte und ihre Funktion im kardialen Stoffwechsel

© [M] 7activestudio / stock.adobe.com

Kalium und Magnesium

Elektrolyte und ihre Funktion im kardialen Stoffwechsel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Trommsdorff GmbH & Co. KG
Darum ist ein ausgeglichener Kalium-Magnesium-Haushalt wichtig

© Predel | Rolf Schulten | Rolf Schulten

Video-Statements

Darum ist ein ausgeglichener Kalium-Magnesium-Haushalt wichtig

Kooperation | In Kooperation mit: Trommsdorff GmbH & Co. KG
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Jürgen Windeler im Interview

„Das Gesundes-Herz-Gesetz ist völlig gaga!“

Nächste Woche erste Lesung im Bundestag

Linkes Bündnis nennt Lauterbachs Klinikpläne Etikettenschwindel

Lesetipps
Hört die KI künftig in Praxis- und Klinikalltag mit? Beim Healthcare Hackathon in Berlin wurden gleich mehrere Szenarien getestet, bei denen eine Art Alexa etwa bei der pflegerischen Aufnahme unterstützt.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Healthcare Hackathon

Wie KI zur echten Praxis- und Klinikhilfe wird

Professor Ferdinand Gerlach

© Wolfgang Kumm/dpa/picture alliance

Interview

Gerlach: „Es gibt keinen allgemeinen Ärztemangel und keine generelle Überalterung“

Gemälde von Menschen auf einer tropischen Insel, die um eine übergroße Mango tanzen.

© Preyanuch / stock.adobe.com

Kinetose

Mango, Musik, Medikamente – was gegen Reisekrankheit hilft