Palliativversorgung

Westfalen-Lippe etabliert Notfall-Liste

Nicht jede Apotheke hat die für Palliativpatienten wichtigen Arzneien immer vorrätig. In Westfalen-Lippe haben sich Ärzte und Apotheker jetzt auf eine Notfall-Liste geeinigt.

Veröffentlicht:
Apotheken-Nachtdienst: Alle wichtigen Medikamente vorhanden?

Apotheken-Nachtdienst: Alle wichtigen Medikamente vorhanden?

© ABDA

KÖLN (iss). In Westfalen-Lippe haben Ärzte und Apotheker eine wichtige Lücke in der palliativmedizinischen Versorgung geschlossen.

Die Ärztekammer und die Apothekerkammer Westfalen-Lippe haben sich auf eine Notfall-Liste verständigt, mit deren Hilfe die Mediziner ihre schwerstkranken Patienten im Bedarfsfall auch nachts und am Wochenende mit den notwendigen Arzneimitteln versorgen können.

"Wir wissen von den in der Palliativversorgung engagierten Ärzten, dass es insbesondere in akuten Krisensituationen außerhalb der regulären Öffnungszeiten wichtig ist, schnell an Arzneimittel zu gelangen, die zum Beispiel angstlösend oder schmerzlindernd wirken", sagt Dr. Klaus Reinhardt, Vizepräsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Deshalb halten die Apotheker die vereinbarten Medikamente jetzt rund um die Uhr vor.

Ärzte und Apotheker haben das abgestimmte Vorgehen bereits in einigen Städten erprobt, darunter Dortmund und Hamm.

"Dabei geht es auch um Arzneimittel, die selten oder nie in der Apotheke verlangt werden, die im Falle eines Falles aber schnell für den Palliativpatienten verfügbar sein müssen", erläutert die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe Gabriele Regina Overwiening.

Die Erfahrungen aus den Modellregionen sind in die jetzt auf ganz Westfalen-Lippe ausgerollte Kooperation eingeflossen. An ihr sollen sich möglichst alle 2165 Apotheken beteiligen.

In Westfalen-Lippe haben Haus- und Palliativärzte in den vergangenen Jahren ein flächendeckendes Netz für die ambulante und die spezialisierte palliativmedizinische Versorgung der Patienten aufgebaut. Die Notfall-Liste mit Arzneimitteln kommt dem Bedarf der dort engagierten Mediziner entgegen.

An dem Kooperationsprojekt beteiligen sich auch der Berufsverband der Palliativmediziner in Westfalen-Lippe, die Landesvertretung NRW der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und alle 30 Palliativmedizinischen Konsiliardienste.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

© jarun011 / stock.adobe.com

Chronische lymphatische Leukämie

Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Verdacht auf Myokardinfarkt

Wenn erhöhte Troponine täuschen und es kein Herzinfarkt ist

Innovative Therapieansätze

Mit Fischhaut gegen den diabetischen Fuß

Differenzialdiagnostik bei Enthesiopathie

Wann Sehnenbeschwerden wahrscheinlich rheumatisch bedingt sind

Lesetipps
Bei der Übung „Drei Minuten Atemraum“ geht es etwa darum, die aktuelle Tätigkeit für drei Minuten zu unterbrechen und bewusst in sich hineinzuhören. (Symbolbild)

© wang / stock.adobe.com / Generated with AI

Mehr Wohlbefinden im Praxisalltag

Praxisstress? Diese Achtsamkeitsübungen verschaffen Ihnen schnell wieder Luft

Ein Mann fasst sich mit der Hand ans Herz. Eine andere Person hält eine Tablette in die Kamera.

© kooshevoy / Fotolia

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: Was bringen Digitoxin und Vericiguat?

Eine Reihe von Sportutensilien (Fußball, Tennisschläger, Springsseil, etc.) in einer Sporttasche, die auf dem Boden steht.

© Pixel-Shot / stock.adobe.com

US-Analyse

Was Bewegung bei diesen sieben Krebsarten bringt