Arbeitswelt im Wandel

Wie Corona Arbeiten im Homeoffice beflügelt

Eine Studie der DAK-Gesundheit zeigt: Jeder dritte Bundesbürger arbeitet von zu Hause aus – das sind drei Mal so viel wie vor der Corona-Krise. Doch nicht immer funktioniert das gesunde Selbstmanagement.

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht:
Wegen Corona arbeitet mittlerweile jeder Bundesbürger von zu Hause aus.

Wegen Corona arbeitet mittlerweile jeder Bundesbürger von zu Hause aus.

© epixproductions / stock.adobe.com

Berlin. Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt kräftig durcheinandergewirbelt. Laut einer am Dienstag vorgestellten Studie der DAK-Gesundheit arbeitet inzwischen jeder dritte Beschäftigte in Deutschland vom Wohnzimmer aus.

Mit dem Update ihrer 2020 veröffentlichten Sonderanalyse zu Digitalisierung und Homeoffice in der Corona-Krise liege nun eine Längsschnittstudie vor, sagte DAK-Chef Andreas Storm. Diese vergleiche den Stand vor Corona, während der ersten und vor der dritten Welle. Das Berliner IGES-Institut befragte im Februar 2021 rund 7000 Beschäftigte. Knapp 5000 der Befragten hatten bereits an den Erhebungen im Frühjahr 2020 sowie im Dezember 2019 teilgenommen.

Vor Corona waren laut DAK zehn Prozent der Erwerbstätigen fast täglich oder zumindest mehrmals die Woche im Homeoffice aktiv. Seit Beginn der Krise habe sich ihr Anteil verdreifacht: Im Februar 2021 hätten 38 Prozent der Beschäftigten regelmäßig zu Hause gearbeitet.

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Homeoffice als Erfolgsgeschichte

Damit sei das Niveau vor der dritten Welle in etwa so hoch wie während der ersten, teilte die Kasse mit. Homeoffice könne zu einer „Erfolgsgeschichte“ werden, betonte DAK-Chef Storm. Das Modell funktioniere auch ohne Eingriff des Gesetzgebers.

Dennoch gibt es Luft nach oben: So könnte laut DAK knapp die Hälfte aller Beschäftigten (45 Prozent) – von der Tätigkeit her – ganz oder größtenteils zu Hause arbeiten. Einer kleinen Minderheit fehle dafür jedoch die Erlaubnis des Unternehmens.

Neun Prozent entschieden sich bewusst gegen Heimarbeit. Von denen, die lieber ins Büro gehen, berichten viele von zu großer Ablenkung zu Hause (28 Prozent) und dem Unvermögen, sich abzugrenzen (24 Prozent) oder allein zu organisieren (17 Prozent).

Menschen mit potenziell Homeoffice-geeigneten Jobs gingen aber auch deshalb ins Büro, weil sie zu Hause schlicht zu wenig Platz hätten und vertrauliche Unterlagen nicht einfach auf dem Sofa bearbeiten könnten, sagte Storm. Auch eine Homeoffice-Pflicht ändere nichts daran, dass sich für viele „das Büro nicht einfach so ins Wohnzimmer verlagern lässt“.

Gefahr von Überlastung

Für die meisten Beschäftigten überwiegen indes die positiven Seiten der Heimarbeit. Die pandemiebedingte Sondersituation, gleichzeitig Kinder während der Arbeit zu Hause betreuen zu müssen, wird zwar als belastend empfunden, aber als Auswirkung der Krise nicht dem Homeoffice selbst angelastet.

Allerdings verfügt eine Minderheit über keine besonderen Strategien, um von zu Hause aus gut arbeiten zu können. „Wenn Beschäftigte im Homeoffice regelmäßig über ihre Grenzen gehen, besteht langfristig das Risiko einer Über- und Fehlbelastung“, sagte Storm. Es müsse für Arbeitgeber ein „Warnsignal“ sein, wenn sich Überstunden häuften. Hier seien auch Vorgesetzte in der Fürsorgepflicht.

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Laut Studie bietet bisher nur eine Minderheit der Betriebe (13 Prozent) Schulungen zu Homeoffice an. Dabei müsse auch „gesundes Selbstmanagement“ Thema sein, forderte Storm.

Aktuell plant auch die Politik mehr Möglichkeiten zum Homeoffice. So sieht der Entwurf der Koalition für eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) vor, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten – dort wo es möglich ist – eine Arbeit von zu Hause anzubieten.

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dipl.-Med Maria Hansen

„Jeder Bundesbürger arbeitet von zu Hause aus“ - ganz schlechte Verwendung von Sprache! Bundesbürger werden also Beschäftigten gleichgesetzt. Und wer nicht beschäftigt ist, arbeitet wohl nicht? Hier wird unsachlich verallgemeinert und damit werden Fehlmeldungen in die Welt gesetzt. Ist das noch Journalismus?


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