Auftakt zur Bundestagswahl

Wie denken Ärzte als Wähler?

Fortsetzung der großen Koalition oder eine Neuauflage eines konservativ-liberalen Bündnisses? Das sind die nach Repräsentativumfragen wahrscheinlichen Varianten nach der Bundestagswahl 2017. Aber: Sehen Ärzte das genauso? Unsere Leserumfrage soll Aufschluss geben. Machen Sie am besten gleich mit!

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht:

BERLIN. Die Wiederbelebung einer konservativ-liberalen Koalition ist eine wahrscheinliche Option nach der Bundestagswahl am 24. September geworden. Nach den Ergebnissen des jüngsten ZDF-Politbarometers – basierend auf einer Repräsentativumfrage der Forschungsgruppe Wahlen zwischen dem 8. und 10. August – käme die Union auf 40 Prozent, die FDP auf acht Prozent. Die SPD würde abgeschlagen 24 Prozent erhalten, Grüne, Linke und AfD jeweils acht Prozent. Vier Prozent entfallen auf andere Parteien, die dann nicht im Bundestag vertreten wären. Ein Bündnis von Rot-Rot-Grün hätte danach keine Mehrheit. Und in der Kanzler-Frage liegt Angela Merkel mit 60 Prozent klar vor Martin Schulz, der auf 30 Prozent kommt.

Bisher haben fast 500 Leser online geantwortet

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Was aber wäre die Wunschkonstellation von Ärzten? Welche Parteien präferieren sie? Wie beantworten sie die Kanzlerfrage? Und vor allem: Wie beurteilen sie die Bilanz von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU)? Das versuchen wir in einer eigenen Umfrage unter unseren Lesern zu ermitteln und fragen dabei auch nach den gesundheitspolitischen Herausforderungen und Prioritäten für die nächste Legislaturperiode.

 Bereits vor zweieinhalb Wochen hat die "Ärzte Zeitung" eine Online-Umfrage gestartet, an der bis zum vergangenen Freitag 480 Leser, überwiegend Ärzte, zum Teil aber auch andere Gesundheitsberufe, teilgenommen haben. Noch ist diese – nicht repräsentative – Teilnehmerzahl zu gering, um aus den konkreten Prozentwerten valide Schlussfolgerungen zu ziehen. Aber es deuten sich einige Überraschungen an: ein möglicherweise tiefes Misstrauen gegenüber den beiden Volksparteien und eine starke Präferenz für kleine Parteien, allen voran die FDP, aber auch für Linke und AfD.

Ob sich dieser Trend bestätigt, soll die heute zusätzlich startende Fax-Umfrage erhellen, an der sich die Leser der Printaussgabe der  "Ärzte Zeitung" auf einer beiliegenden Fragebogen beteiligen können. Parallel dazu läuft natürlich die Online-Umfrage unter www.aerztezeitung.de weiter.

Den Schlussstrich ziehen wir am 13. September – in der Woche vor der Bundestagswahl werden wir die Ergebnisse veröffentlichen und analysieren. Bis dahin werden wir den Wahlkampf insbesondere der führenden Gesundheitspolitiker durch Reportagen und Analysen begleiten. Gleichzeitig ziehen wir eine Bilanz der Gesundheitspolitik dieser Legislaturperiode, in der Regierung und Legislative eine Fülle von Gesundheitsgesetzen erarbeitet und verabschiedet haben.

Was kam in der Versorgung an?

Wie ein roter Faden zog sich durch diese Reformprojekte das Bemühen, angesichts demografischer Herausforderungen einer alternden und kränker werden Gesellschaft und steigender Personalengpässe bei Ärzten und Pflegekräften die Versorgung zu sichern, Innovationen anzustoßen und die Kommunikation – Stichwort Digitalisierung – zu verbessern. Ob das aber bereits in der Versorgung der Patienten angekommen ist, können in der Praxis tätige Ärzte wohl am besten beurteilen. Deshalb ist jede Stimme wichtig.

Ihre Meinung zählt!

» Wie werten Sie die Gesundheitspolitik der derzeitigen Bundesregierung? Wo liegen aus Praxissicht die Prioritäten für die kommenden vier Jahre? Und wie sieht Ihre Präferenz in Sachen Parteien und Kanzlerkandidaten aus? Nehmen Sie sich drei Minuten Zeit und beantworten Sie unseren Fragebogen – online unter www.aerztezeitung.de/ wahl2017

» Die Umfrage läuft bis zum 13. September. Die Ergebnisse werden in der Woche vor der Wahl am 24. September veröffentlicht. Beteiligen Sie sich als Meinungsmacher der Ärzte!

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Jürgen Schmidt

Die Demokratie setzt die Wahl durch eine beschränkte Mehrheit an die Stelle der Ernennung durch eine bestechliche Minderheit ( G.B.Shaw)

Nach meinem Eindruck bestimmen Ärzte als Mulitplikatoren der politischen Stimmungslage Wahlentscheidungen nicht unwesentlich.

Gröhe zeigt zwar den gewohnten Aktionismus der Gesundheitspolitiker, hat aber die Geldbeutel der Ärzte nicht belastet, wie Seehofer das tat und dafür abgestraft wurde. Gröhe scheint ein beflissener Gefolgsmann von Merkel zu sein, so dass man eine gewisse Schonung der CDU-Stammwählerschaft erwarten kann, zu denen sich wohl auch die Mehrheit der Ärzte zählt.

Die FDP verspricht gern und viel. Als 1987 mit der Reduzierung der Multiplikatoren für die GOÄ die Kostensenkungsidee auch auf den Privatsektor übegriff, übte sich der damalige Wirtschaftsminister Lambsdorf im verbalen Widerstand, fehlte dann aber am Tag der Kabinettsentscheidung wegen einer Visite in Brüssel.

Die SPD vertritt ideologische Positionen, die weniger einer Fortentwicklung des Gesundheitswesens dienen, als vielmehr einer Binnenlegitimation gegenüber ihren Restwählern.

Ob im Programm der Grünen etwas zum Gesundheitswesen steht, entzieht sich meiner Kenntnis. Bislang war dies in den divergierenden Reihen der Grünen kein Kernthema und dürfte im Koalitionsfall zur Verhandlungsmasse gehören.

Zusammenfassend erscheint mir das Übel diesmal größer, das man als das kleinere wählen kann.

Dipl.-Med Doris Reis

Wahlen

Ich persönlich möchte eine realere Politik deshalb habe ich in die Wahlprogramme gesehen. Mir gefallen die Aussagen der Freien Wähler. Sie haben schon in vielen kommunalen Parlamenten erfolgreiche Politik gestaltet und ich denke, eine Chance im Bundestag hätten sie verdient.

MfG
Doris Reis


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