Sachsen-Anhalt

Zentrales Krebsregister – Start nach langem Vorlauf

In Sachsen-Anhalt hat sich die Diskussion über die Frage, wer der Träger des zentralen Registers sein soll, über Jahre hingezogen.

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MAGDEBURG. Lang und steinig war der Weg: Seit Januar arbeitet nun auch in Sachsen-Anhalt ein Zentrales Krebsregister. Träger ist die Ärztekammer.

30 Mitarbeiter und ein Jahresbudget von zwei Millionen Euro stehen der gemeinnützigen Gesellschaft zur Verfügung, die zu 90 Prozent von den Krankenkassen und zu zehn Prozent vom Land finanziert wird. Alle Daten zu Krebspatienten, Behandlungen und Krankheitsverläufen laufen dort fortan zusammen. Wobei die drei regionalen Register in Halle, Magdeburg und Dessau für eine Übergangszeit bestehen bleiben.

Seit 2014 hatten sie klinische Daten auf freiwilliger Basis erfasst und damit rund 70 Prozent der Krebsbehandlungen im Bundesland dokumentiert. Eine solide Bewertung der Daten sei laut Robert Koch Institut jedoch erst ab einem Erfassungsgrad von über 90 Prozent möglich.

Mit der Verpflichtung aller Ärzte, Daten von Tumorpatienten zu liefern – von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachsorge und der konkreten Abbildung aller Behandlungsverläufe – ist dies nun möglich. Sämtliche Daten werden einheitlich erfasst und systematisch ausgewertet. So könne auch der Nutzen von Therapien besser bewertet werden, meint Geschäftsführer und Urologe Edgar Harald Strauch.

Standardisierte Doku

Gleichzeitig würden Trends offenkundig. Sowohl die Forschung als auch behandelnde Ärzte bekämen Zugriff auf die standardisierte Dokumentation. Strauch zeigt sich sicher, dass sich die onkologische Versorgung in Sachsen-Anhalt mit dem Zentralen Krebsregister langfristig verbessern wird.

 Es gehe um eine zukunftsorientierte Versorgung von Tumorpatienten im Land, meint auch Dr. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer. Lange Zeit war um das Register gerungen worden. Vor allem war unklar, wer der Träger sein sollte. Dabei hatte die Kammer bereits 2013 ihre Bereitschaft dazu signalisiert. Ende August vergangenen Jahres hatte der Landtag dann den Weg geebnet.

Strauch zeigt sich überzeugt, dass die Nähe des Registers zur Kammer hilfreich auch für den Dialog mit behandelnden Ärzten sein könne. "Wir brauchen eine stabile Datenbasis, um solide Antworten geben zu können."

An dieses Ziel sei auch die Finanzierung gebunden. Laut Strauch gebe es in Sachsen-Anhalt über alle Krebsarten eine Häufung. Zurückzuführen sei dies neben bislang noch ungeklärten Ursachen auch auf den bundesweit höchsten Altersdurchschnitt, ungesunde Ernährung, erhöhten Tabak-und Alkoholkonsum, aber auch auf Umweltfolgen aus der DDR-Zeit, so in der Chemieregion Bitterfeld-Wolfen. (zie)

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