Kommentar

Zu viele Aufgaben, zu wenig Geld

Von Martin WortmannMartin Wortmann Veröffentlicht: 13.05.2011, 05:00 Uhr

Sozialbehörden führen gegeneinander "Krieg", auf dem Rücken behinderter Menschen. Selten hört man einen Bundesrichter in öffentlicher Verhandlung so drastisch sprechen. Und selten reagieren die Gescholtenen so kleinlaut wie jetzt vor dem BSG im Streit um die Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderung.

Leistungen aus einer Hand, das persönliche Budget - das war gut gemeint, funktioniert bislang aber nur in Einzelfällen. Warum?

Wieder einmal hat der Gesetzgeber Aufgaben ohne Geld verteilt. Eine Behörde, die ein persönliches Budget organisiert, nimmt einen hohen Aufwand auf sich - im Interesse aller Reha-Träger und insbesondere im Interesse der behinderten Menschen. Doch Personal oder Geld bekommt diese Behörde dafür nicht. Dass Sachbearbeiter da lieber abwimmeln, statt sich unbezahlte Überstunden aufzuhalsen, ist menschlich.

Hinzunehmen ist es deshalb nicht, wie das BSG richtig entschied. Die Behörden müssen sich endlich dem gesetzlichen Auftrag stellen. Die behinderten Menschen müssen hartnäckig bleiben. Und der Gesetzgeber muss nachlegen und einen finanziellen Ausgleich schaffen, damit das, was gut gedacht war auch endlich gut läuft.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: BSG liest Trägern der Behindertenhilfe die Leviten

Mehr zum Thema
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Pflegekräfte versorgen einen Patienten auf der Intensivstation im Operativen Zentrum II des Universitätsklinikums Essen.

COVID-19-Versorgung

Intensivstationen: Das Personal ist der Flaschenhals

Die EU geht davon aus, dass im Frühjahr zumindest Impfstoff für Risikogruppen und Gesundheitspersonal zur Verfügung stehen könnte.

EU verbreitet Optimismus

Ist der Corona-Impfstoff bald da?

Blutgefäß mit Erythrozyten und Sauerstoff-Molekülen: Bei einem kardiogenen Schock kommt es zu einer Schädigung von Endothelzellen, die die innere Gefäßwand auskleiden. Das daraus resultierende „vascular leakage“, also die erhöhte Durchlässigkeit der Gefäße, führt dazu, dass das Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt wird. Ein neuer molekularer Antikörper soll jetzt die pathophysiologische Kaskade durchbrechen.

Sterberisiko senken

Neuer Therapie-Ansatz bei kardiogenem Schock