Sachsen

Zwölf Prozent der Ärzte ohne deutschen Pass

Die Zahl der Ärzte aus Syrien hat sich in Sachsen in den vergangenen zwei Jahren verdreifacht.

Veröffentlicht: 05.04.2016, 09:39 Uhr

DRESDEN. In Sachsen sind immer mehr Ärzte aus dem Ausland tätig. Zum Stichtag am 31. Dezember 2015 wurden im Freistaat 2421 Ärzte ohne deutschen Pass gezählt, wie die sächsische Landesärztekammer mitteilte.

Das waren rund 250 mehr als noch ein Jahr zuvor. Ihren Beruf ausgeübt haben davon allerdings nur rund 2180 Mediziner (etwa 90 Prozent).

Bei der Kammer gemeldet waren Ärzte aus 92 Nationen, die meisten stammten aus der Tschechischen Republik (370), der Slowakei (271) und Polen (218). Die Zahl der syrischen Ärzte hat sich innerhalb der vergangenen zwei Jahre von 52 auf 169 mehr als verdreifacht. Mittlerweile liegt der Anteil der ausländischen Ärzte in Sachsen bei 12,1 Prozent.

"Einige Kliniken könnten den Betrieb mancher Stationen ohne die internationalen Ärzte nicht aufrechterhalten, weil sie in Deutschland keine Mediziner finden", sagte Kammerpräsident Erik Bodendieck.

Derzeit würde nach Möglichkeiten gesucht, auch jenen Ärzten schneller eine berufliche Perspektive geben zu können, die als Asylbewerber oder anerkannte Flüchtlinge in Deutschland leben.

Zahl berufstätiger Ärzte gestiegen

Die Zahl der berufstätigen Ärzte in Sachsen insgesamt ist im vergangenen Jahr auf 16.930 gestiegen, was einem Plus von etwa 300 gegenüber 2014 entspricht.

Besorgt zeigte sich die Kammer allerdings über die Entwicklung bei niedergelassenen Ärzten. Die Zahl der Mediziner mit eigener Praxis sei seit 2007 um rund 380 auf nun nur noch 5375 gesunken, hieß es.

Zwar ließen sich auch mehr Ärzte in Niederlassungen anstellen. Allerdings würden die Lücken damit nicht ausgeglichen, zumal viele oft nur in Teilzeit arbeiteten. Die Versorgung vor allem im ländlichen Raum sei damit trotz steigender Arztzahlen gefährdet, hieß es.

Bundesweit sind Ende 2014 nach Angaben der Bundesärztekammer 34.706 ausländische Ärzte in Deutschland tätig gewesen. 2010 waren es noch 21.650. Das entspricht einem Anstieg von rund 60 Prozent. (lup)

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