Schwarze Null erwartet

Abnehmender Geldregen an der Charité

Die Berliner Charité profitiert zwar von Effizienzsteigerungen. 2013 aber wird wegen hoher Investitionen bestenfalls eine schwarze Null in den Büchern stehen.

Veröffentlicht:
Erwartet ein geringeres Ergebnis: Charité.

Erwartet ein geringeres Ergebnis: Charité.

© Marc Tirl / dpa

BERLIN. Die Charité hat im Geschäftsjahr 2012 nach vorläufigen Zahlen einen Gewinn nach Steuern von 5,2 Millionen Euro erzielt.

Der Übeschuss übertraf damit den Plan von 4,7 Millionen Euro, blieb aber erwartungsgemäß hinter der Vorjahresmarke von 8,2 Millionen Euro zurück. Das operative Ergebnis (EBIT) hat sich im Vergleich zu 2011 von 21,9 auf 23,9 Millionen Euro verbessert.

Den größten Anteil an dem guten Ergebnis hatten nach Darstellung von Charité Klinikumsdirektor Matthias Scheller Effizienzverbesserungen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 40 Millionen Euro.

Dagegen ist der Personalabbau gestoppt. Doch mit 9566 Vollzeitäquivalenten beschäftigte die größte Uniklinik Europas im vergangenen Jahr 876 weniger als 2008. Sie versorgten knapp 141.000 stationäre und gut 615.000 ambulante Patienten.

Damit haben die ambulanten Fallzahlen seit 2008 um 16 Prozent und die stationären um gut sieben Prozent zugelegt. Das Personal sei "am Limit", so Charité-Chef Professor Karl Max Einhäupl

"Wir haben zum vierten Mal in Folge den mit dem Aufsichtsrat vereinbarten ehrgeizigen Plan übertroffen", so Einhäupl. Die Aufsichtsratsvorsitzende der Charité, Berlins Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD), würdigte das Ergebnis.

"Neben dem positiven wirtschaftlichen Ergebnis konnten auch medizinisch und wissenschaftlich große Erfolge errungen werden". 2013 strebt die Charité eine schwarze Null an.

Dabei hängt aber viel davon ab, ob die nun begonnenen Bauarbeiten in Mitte nach Plan laufen. Der Umzug aus dem Bettenturm in die Interims-Campusklinik ist mit Risiken behaftet.

80 Betten werden dabei abgebaut. Der Abbau von 118 Betten im vergangenen Jahr führte zu Einbußen von rund vier Millionen Euro. Unbestätigten Meldungen zufolge schließt der Wirtschaftsplan für 2013 einen Verlust in der Größenordnung bis zehn Millionen Euro nicht aus. (ami)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Keine Champagnerlaune

Mehr zum Thema

Rheumatologie

Weniger Operationen bei Rheumapatienten

Intensivmediziner beklagen

Zahl der Intensivbetten im freien Fall

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Chronischer Pruritus: Heftigster Juckreiz

© Aleksej / stock.adobe.com

Therapeutischer Dreiklang

Was sich gegen ständiges Jucken tun lässt

Mehr Inzidenzen = ein guter Grund für den dritten Piks? Einige im Gesundheitssystem vertrauen dieser Rechnung.

© Fokussiert / stock.adobe.com

COVID-19-Pandemie

Hohe Inzidenz lässt Ruf nach mehr Drittimpfungen lauter werden