Helios Berlin-Buch

Ärger um 20 Arztstellen

Am Helios Klinikum in Berlin-Buch wurden offenbar Ärzte eingestellt, um die Fallzahlen zu steigern. Weil dieser Effekt nicht eingetreten ist, sollen nun Ärzte gehen. Arbeit gibt es aber wohl mehr als genug. Die Stimmung kippt.

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Helios-Klinik in Berlin-Buch: 20 Arztstellen sollen gestrichen werden.

Helios-Klinik in Berlin-Buch: 20 Arztstellen sollen gestrichen werden.

© Tobias Kleinschmidt / dpa

BERLIN. Die Personalsituation in den Berliner Krankenhäusern ruft immer heftigere Proteste hervor. Aufs Schärfste kritisiert die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) die aktuelle Personalpolitik des privaten Helios-Krankenhauskonzerns im Klinikum Berlin-Buch. Dort sollen im ärztlichen Dienst 15 bis 20 Vollzeitstellen eingespart werden.

"Engagement und Entgegenkommen der Ärztinnen und Ärzte hat Grenzen. Die Zustände im Helios Klinikum Buch zeigen, wie wirtschaftlicher Profit über die ärztliche Versorgung gestellt wird", so der MB-Vorsitzende des Landesverbands Berlin-Brandenburg Peter Bobbert.

"Es darf nicht sein, dass Ärzte über Jahre freiwillig über die gesetzlichen Grenzen hinaus arbeiten, damit jetzt auf deren Kosten Personal abgebaut wird. Ärztliche Stellen neu zu schaffen, um Überstunden abzubauen, sollte vielmehr die Antwort einer vernünftigen Personalführung sein", forderte er.

Als Reaktion auf den angedrohten Stellenabbau haben laut MB 188 Helios-Ärzte ihre Opt-out-Regelungen gekündigt. Sie lehnen es nun ab, über die tarifliche Regelarbeitszeit hinaus tätig zu sein.

Von einem "Exodus medizinischer Qualität" spricht der Helios-Betriebsrat. Die Konsequenzen einer solchen rigorosen Personalpolitik seien verheerend für die Qualität der medizinischen Versorgung.

Verdi: Bedrohliche Ausmaße an Berlins Kliniken

Mit einem Offenen Brief hat sich der Betriebsrat an die Klinikgeschäftsführung gewandt. Am 11. April ist zudem eine außerordentliche Betriebsversammlung geplant.

Das Helios-Klinikum Berlin-Buch erklärt den geplanten Stellenabbau im ärztlichen Bereich damit, dass seit Ende 2010 "im Vertrauen auf eine deutliche Leistungssteigerung" 45 ärztliche Vollkräfte mehr eingestellt worden seien.

Der erwartete Fallzahlzuwachs sei "in dieser Form jedoch nicht eingetreten", teilte eine Sprecherin mit.

Generalkritik an der Personalsituation in Berliner Kliniken übt derweil Verdi. Die Situation habe bedrohliche Ausmaße angenommen. Betriebliche Interessenvertretungen berichten demnach, dass Mehrarbeit und Überstunden signifikant zugenommen hätten, so zum Beispiel an der Charité.

Die gestiegene Arbeitsbelastung führt laut Verdi dazu, dass Pflegekräfte im Krankenhaus ihren Beruf durchschnittlich nur noch 13,5 Jahre ausüben. Die Gewerkschaft forderte Betroffene auf, sich zu wehren. Sie rät, Gefährdungsanzeigen zu schreiben und Betriebsräte einzubinden. (ami)

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Knut Hollaender

Rot Grüne Politik

Die Krankenhausgesetze und die Strukturänderungen in den Krankenhaäusern sowie die EInführung der DRG ist reinste rot-grüne Politik, die erbarmungslos umgesetzt wurde. Nicht nur im stationären, sondern auch im ambulanten Bereich.
Das passiert, wenn man die Daseinsvorsorge ökonomisiert. Andere Länder können es besser. Schweden, Neuseeland, Dänemark, Schweiz etc. am bessere Gesundheitssysteme ohne höhere Kosten mit einer hohen Patienten und Ärztezufriedenheit.


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