Urteil zu Pharma-Marketing

"Akut" heißt schnelle Wirkung

Arzneimittel mit der Bezeichnung "akut" im Namen müssen schnell wirken. Ansonsten handelt es sich um irreführende Werbung, stellt jetzt das Verwaltungsgericht Köln dar.

Von Christoph WinnatChristoph Winnat Veröffentlicht:
Die schnelle Pille ist das Ideal: Wer sie mit der Bezeichnung "akut" bewirbt, muss das auch einlösen.

Die schnelle Pille ist das Ideal: Wer sie mit der Bezeichnung "akut" bewirbt, muss das auch einlösen.

© somenski / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Arzneimittel mit dem Namenszusatz "akut" auf der Packung gibt es viele.

Dass sich dies auf den schnellen Wirkeintritt beziehen muss, entschied kürzlich das Kölner Verwaltungsgericht im Fall eines nicht-rezeptpflichtigen Omeprazols.

Damit widerspricht das Gericht bisheriger Rechtsprechung, wonach "akut" den schnellen Ausbruch einer Krankheit bezeichne und ein Wirkungseintritt von ein bis zwei Stunden angemessen sei.

So etwa sah es vor drei Jahren in einer ähnlichen Streitsache noch das Oberlandesgericht München.

Die Kölner Richter stellen dagegen auf den schnellen Produktnutzen und den Verbraucher ab. Der verstehe unter dem Terminus "akut" eben den schnellen Wirkungseintritt...

Jetzt gleich lesen ... Jetzt gleich lesen ...

Mehr zum Thema

TSVG-Umsetzung

Ärztliche Aufgaben wuppen? Blankorezept auf steinigem Weg

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Auch in Deutschland sollen bald Corona-Impfungen der 5- bis 11-Jährigen möglich sein.

© SvenSimon / Frank Hoermann / picture alliance

Corona-Impfungen bei Unter-12-Jährigen

BVKJ-Chef Fischbach: „Kinder sollen jetzt den Blutzoll zahlen“

Das RKI-Merkblatt zur Corona-Schutzimpfung ist eine gute Hilfe bei der Patientenaufklärung. Ein Gespräch kann es aber nicht ersetzen.

© Sascha Steinach / ZB / picture alliance

Haftungsrisiken ausschließen

Booster-Impfung: So klären Ärzte sorgfältig auf

Corona-Impfung in einer kommunal organisierten Impfstelle im thüringischen Jena. Die Ärztekammer in Thüringen dringt auf eine generelle Impfpflicht, auch die BÄK hält dies angesichts der aktuellen Lage für geboten.

© Martin Schutt / dpa

BÄK-Brief an Merkel und Scholz

Ärzte drängen auf allgemeine Corona-Impfpflicht