Kommentar

Anreize für aktives Fehlermanagement

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:

Die meisten Ärzte kennen das Motto "Aus Fehlern lernen". Sie wissen, dass es mit dem Critical Incident Reporting System (CIRS) eine Möglichkeit gibt, Zwischenfälle in der Patientenversorgung anonym zu melden. Das System zu kennen ist jedoch eine Sache, es tatsächlich zu nutzen die andere. Bislang wird CIRS eher zurückhaltend in Anspruch genommen.

Das heißt nicht, dass die Ärzte sich dem Ziel von CIRS verweigern, durch eine Aufbereitung von kritischen Ereignissen und Beinahe-Fehlern die Patientensicherheit zu erhöhen. Offensichtlich ist aber die Hürde, eigene Fehler oder die von Kollegen und Mitarbeitern in einen anonymen Rechner einzuspeisen, zu hoch.

Mit dem Schaffen einer eigenen CIRS-Plattform will die Ärztekammer Westfalen-Lippe ihren Mitgliedern das System näherbringen, ihm quasi ein vertrauteres Gesicht geben. Wenn die Ärzte CIRS mit "ihrer" Kammer verbinden, hilft das sicher, Hemmschwellen zu überwinden, so die Hoffnung.

Sinnvoll ist auch die Idee von ÄKWL-Präsident Dr. Theodor Windhorst, die Nutzung des Meldesystems mit Anreizen zu verbinden wie der Vergabe von Fortbildungspunkten oder vergünstigten Haftpflichtprämien. Über diesen Weg könnte es gelingen, mehr Ärzte zu motivieren, das System aktiv zu nutzen - sei es, um selbst Zwischenfälle zu melden, sei es, um aus den dort aufbereiteten Berichten für die eigene Arbeit zu lernen. Den Patienten, für die CIRS schließlich entwickelt wurde, kann das nur recht sein.

Lesen Sie dazu auch: Westfalen-Lippe übernimmt Vorreiterrolle beim Fehlermanagement

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