Statistik

Apotheker auch im Ländle gerne in der Stadt

Um die Arzneimittelversorgung in ländlichen Regionen zu sichern, fordert die AOK Baden-Württemberg auch eine Liberalisierung apothekenrechtlicher Rahmenbedingungen.

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STUTTGART. Dass in den dünner besiedelten Gebieten der Republik die Apothekendichte spärlicher als in den Metropolen und Ballungsräumen ausfällt, ist bekannt. Wie heterogen die Pro-Kopf-Verteilung aussieht, hat jetzt die AOK Baden-Württemberg für ihren Sprengel und ihren Versichertenbestand ermitteln lassen.

An den Extremen divergiert danach die Versorgungsleistung um den Faktor vier: In der Universitätsstadt Freiburg kommt eine öffentliche Apotheke auf 548 AOK-Versicherte. Im flächenmäßig neun Mal größeren Landkreis Biberach kommen dagegen 2122 AOK-Versicherte auf eine Apotheke.

Im Landesschnitt verwischen die Unterschiede: Mit 23 Apotheken je 100.000 Einwohner liegt Baden-Württemberg nur geringfügig unter dem Bund (24 Apotheken je 100.000 Einwohner).

„Die erheblichen Stadt-Land-Unterschiede in der Apothekendichte sind auch eine Folge des verbindlichen Preisbildungssystems für verschreibungspflichtige Arzneimittel“, so die AOK, die sich damit in der aktuellen Diskussion um Versandhandel, Rx-Preisbindung und alternative Apothekenvergütung auf die Seite der Reformbefürworter schlägt. Mehrumsatz könnten die Apotheker im Festpreissystem nur über Menge erwirtschaften.

In vielfrequentierten Lagen und direkter Nachbarschaft zu einer Arztpraxis sei auch mit mehr Absatz zu rechnen, „und so lassen sich Apotheker lieber in der City nieder als in der Kleinstadt“, heißt es.

Digitale Rezeptsammelstellen oder das E-Rezept könnten das pharmazeutische Angebot auf dem Land sichern und verbessern. Um weitere neue Versorgungskonzepte auf den Weg zu bringen, plädiert die AOK aber auch für eine Lockerung der Apothekenbetriebsordnung sowie des Mehrbesitzverbotes in Regionen mit geringer Apothekendichte. (cw)

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