Arzneimittel-Sicherheit

Apotheker im Einsatz auf Stationen

Apotheker, die in Krankenhäusern die Sicherheit von Medikamenten checken - schon bald Normalität auf Stationen? Das ist eine der Fragen, die ab heute auf dem Gesundheitspflegekongress in Hamburg diskutiert werden.

Von Anke Nolte Veröffentlicht:
Kontrolle der Medikation durch Apotheker auf Station: ein Modell, das in der Klinik Barmbek praktiziert wird.

Kontrolle der Medikation durch Apotheker auf Station: ein Modell, das in der Klinik Barmbek praktiziert wird.

© RRF/Fotolia.com

HAMBURG. Krankenhaus-Apotheker werden in den Behandlungsprozess einbezogen, um die Arzneimittelsicherheit zu erhöhen. Dieser Ansatz wird an der Asklepios Klinik Barmbek verfolgt. "Der Apotheker sucht werktags die Station auf und überprüft die Medikation aller Patienten", erläutert Pflegedirektor Axel Techam.

Patientensicherheit ist ein Thema auf dem 12. Gesundheitspflege-Kongress, der heute in Hamburg eröffnet wird und noch bis Samstag dauert. Die Asklepios Kliniken Hamburg sind Kooperationspartner des Kongresses von Springer Medizin, neben weiteren großen Kliniken der Region.

"Wir haben erhoben, dass knapp 20 Prozent der Verordnungen des Arztes interventionsbedürftig sind", berichtet der Fachapotheker Matthias Wriedt, der das pharmazeutische Team an der Klinik Barmbek leitet.

Dass eine Apothekerin, ein Apotheker täglich vor Ort präsent ist, hat neben dem kompletten Check der Medikation einen weiteren Vorteil, so Wriedt: "Der Apotheker ist niedrigschwelliger Ansprechpartner für die Pflegekräfte, die immer mal wieder Fragen zur Dosierung, Teilbarkeit von Arzneimitteln, zur Sondengabe und zur Trägerlösung von Antibiotika haben."

Pharmazeutische Aufnahmegespräche vor OPs

Vor einer geplanten Operation und noch vor dem Krankenhausaufenthalt führen die Apotheker zudem pharmazeutische Aufnahmegespräche mit den Patienten, um sie darauf vorzubereiten, welche Medikamente möglicherweise abgesetzt oder umgestellt werden müssen.

Zum Konzept einer "patientenorientierten Arzneimittelsicherheit", wie es an der Klinik Barmbek heißt, gehört außerdem das Unit-Dose-System: Anders als in den meisten Krankenhäusern in Deutschland, wo Pflegekräfte die Medikamente stellen, werden dort die Arzneimittel jeden Tag maschinengestützt und individuell für jeden Patienten in der Apotheke verpackt und an die Station geliefert.

Der Patient erhält täglich einen Schlauch mit einzelnen Beuteln(Schlauchverblisterung), in denen jedes Mittel gesondert abgepackt und eindeutig gekennzeichnet ist, so dass Verwechslungen ausgeschlossen werden können.

Wie Patientensicherheit trotz knapper Ressourcen gewährleistet werden kann, wird Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit, auf dem 12. Gesundheitspflege-Kongress erläutern. Weiterhin stehen Themen aus Pflegemanagement und -wissenschaft auf dem Programm.

Um Pro und Kontra Generalisierung der Pflegeausbildung geht es in einer Podiumsdiskussion, in einer weiteren Diskussionsrunde werden Pflegemanager über unterschiedliche Führungs- und Organisationskonzepte debattieren. Schirmherrin ist Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), die in diesem Jahr den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz übernommen hat.

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