"Mobile Lebensretter"

App alarmiert Ärzte und Sanitäter

Eine App soll Menschen in Not helfen, bevor der Rettungswagen vor Ort ist. Dafür ruft sie Ersthelfer in der Nähe herbei.

Von Marco Hübner Veröffentlicht:

KONSTANZ. Schnelle Ortung und Hilfe in lebensbedrohlichen Notsituation durch Arzt und Sanitäter und andere Ersthelfer, das soll die neue mobile Anwendung "Mobile Lebensretter" ermöglichen.

Anwender können mit der App auf ihrem Smartphone einen Alarm auslösen. Der führt dazu, dass der Rettungsdienst alarmiert wird aber auch zeitgleich andere Nutzer der App, die sich als Helfer registriert haben, berichtet der Erfinder Norbert Grüntjens im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Die Arbeit, welche der digitale Notfallmanager im Hintergrund leiste, sei das Besondere an dem System.

Die Nutzer können in ihrem Profil angeben, ob sie Arzt oder Sanitäter sind. Die App sende ein Notsignal an einen Mediziner und vier Laienhelfer. Jeder von ihnen bekomme die genaue Position des Hilfesuchenden übertragen und werde per Navigation von seinem Gerät an den Ort des Geschehens geleitet. Zusätzlich werde angezeigt, wo sich im Umfeld nutzbare Defibrillatoren befinden.

Video-Anleitung soll Helfern helfen

Per Video-Anleitung erhielten Helfer zudem Hilfestellung von der App bei nötigen Maßnahmen vor Ort. "Der direkte Alarm zwischen den Nutzern ohne Umweg macht das System so extrem schnell", betont Grüntjens. Gerade bei Herzpatienten in Not zähle etwa jede Sekunde und jede helfende Hand.

Neben dem roten Alarm-Button, den Nutzer in Lebensgefahr aktivieren können, bietet das System einen blauen Button für Bedrohungssituation. Der soll etwa Nutzern helfen, die Übergriffe erleben. Er löst auch einen Alarm aus – bei dem allerdings die Polizei und vertraute Personen des Anwenders gerufen werden.

Die Anwendung ist kostenlos und werbefrei für Android-Smartphones und Apple-iPhones erhältlich. Erfinder Grüntjens möchte mit der App kein Geld verdienen, wie er sagt, und mit ihrer Entwicklung einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten: "Ich trage die Kosten privat.

100.000 Euro investiert

Es geht mir darum, so viele Menschenleben wie möglich zu retten", erklärt Grüntjens, der Unternehmer im Bereich des Modellflugzeugbaus ist. Inzwischen hat er nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Euro in das System investiert.

Momentan ist Grüntjens auf der Suche nach Sponsoren und Partnern, die dazu beitragen wollen, die App weiter zu verbreiten. Sein Ziel: In den nächsten Jahren sollen mindestens 100.000 Menschen die App herunterladen und anwenden. Derzeit sind laut dem Erfinder insgesamt 10.000 Nutzer registriert.

Weitere Infos zur App unter www.mobile-lebensretter.de

Mehr zum Thema

Screening bei Nagelerkrankungen

Onychomykose oder Nagelmelanom? App weist den Weg zum Facharzt

Apps auf Rezept

Für DiGA werden keine Mondpreise aufgerufen

COVID-19

EU-Impfnachweise in immer mehr Ländern gültig

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Zwei Impfungen bei einem Termin: COVID-Vakzinen und andere Totimpfstoffe dürfen jetzt ohne Abstand gleichzeitig verabreicht werden.

© Jens Rother - stock.adobe.com

Aktualisierte STIKO-Empfehlungen

Neue Regeln für COVID-Booster und gleichzeitige Influenza-Impfung