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Innovationspreis

App zur Krebsprävention ausgezeichnet

Eine prämierte Teledermatologie-App baut Patienten mit Hautveränderungen eine Brücke in die Facharzt-Praxis.

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HEIDELBERG. Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) hat Titus Brinker, Assistenzarzt an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg und Leiter der App-Entwicklung am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), mit seinem diesjährigen Innovationspreis ausgezeichnet. Der Preis ist laut BVDD mit 5000 Euro dotiert.

Die Dermatologen loben damit Brinkers Entwicklung einer teledermatologischen Smartphone-App „AppDoc“. Nutzer können dabei über die App digital eine erste Einschätzung bei verdächtigen Hautflecken durch qualifizierte Dermatologen einholen. Der Service schließe damit die Lücke zwischen einer Internetrecherche und einem persönlichen Praxisbesuch.

„In vielen Fällen möchte der Patient eine Vorabeinschätzung haben, wie dringend die von ihm entdeckte Hautveränderung tatsächlich behandelt werden muss. AppDoc liefert diese erste Einschätzung, inklusive einer Handlungsempfehlung, die dem Patienten den Gang zum Arzt meist bereits ersparen kann“, erläutert Alexander Enk, Direktor der Hautklinik am Universitätsklinikum Heidelberg.

Die Smartphone-Anwendung AppDoc steht online über die Webseite www.online-hautarzt.net sowie für iPhones und Android Smartphones zum Download zur Verfügung. Für die Nutzer ist der Service anonym.

Um sich eine Erstmeinung einzuholen, müssen laut BVDD drei Fotos der betroffenen Hautstelle aufgenommen sowie einige Fragen zu möglichen Symptomen beantwortet werden. Die Bilder und Informationen werden anschließend über eine verschlüsselte Verbindung an einen Dermatologen aus Baden-Württemberg übermittelt.

Patienten ohne Smartphone könnten auch über eine Digitalkamera oder die AppDoc-Website die Bilder ihres verdächtigen Hautflecks bereitstellen. AppDoc verspreche, dem Patienten innerhalb von 48 Stunden eine Ersteinschätzung digital zu übermitteln. Für die teilnehmenden Dermatologen aus Baden-Württemberg sei der digitale Service als Selbstzahlerleistung nach GOÄ zu liquidieren. Der Nutzer wiederum zahle eine Service-Gebühr in Höhe von 24,95 Euro.

„Seit November 2018 konnten wir über 300 Menschen mit AppDoc bei ihren Hautproblemen helfen. Darunter waren auch Befunde, bei denen die Empfehlung für eine weitere Behandlung in der Praxis ausgesprochen wurde. Gleichzeitig konnten wir aber auch vielen Menschen, die zwischen den Feiertagen oder am Wochenende Befunde eingesandt hatten schnelle Entwarnung für ihre Auffälligkeit geben“, schildert Brinker die ersten Erfahrungen mit der teledermatologischen Lösung AppDoc. (maw)

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