Kommentar – Telematikinfrastruktur

Auf dem Rücken der Ärzte

Von Hauke Gerlof Veröffentlicht: 27.04.2018, 12:38 Uhr

Geht's noch? Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und der Telematikinfrastruktur (TI) ist durch Streit innerhalb der Selbstverwaltung um Jahre verzögert worden – und kurz vor dem Ziel geht das wieder von vorne los?

Das Gezerre zwischen KBV und Krankenkassen um eine Änderung der Finanzierungsvereinbarung für den Anschluss an die Datenautobahn ist mehr als befremdlich. Vor allem verunsichert es Ärzte, die ihre Praxis an die TI anschließen wollen.

Wer will, dass die TI schnell für einen besseren Datenaustausch nutzbar wird, muss dafür sorgen, dass Ärzte dabei nicht zuzahlen. Immerhin sind es ja auch die Kassen, die durch den Stammdatenaustausch als erste von der sicheren Kommunikation profitieren. Und die Ärzte können nichts dafür, dass es länger gedauert hat, sichere Konnektoren und Kartenleser zu entwickeln, und dass der Wettbewerb langsamer in die Gänge kommt, als ursprünglich erwartet.

Insofern hat die KBV gute Argumente, die Förderung für den Anschluss an die TI für das dritte und vierte Quartal aufzustocken. Wer auf dem Rücken der Ärzte Spielchen spielt, wird der Digitalisierung, die ausdrücklich vom neuen Gesundheitsminister priorisiert wird, kaum auf die Sprünge helfen.

Lesen Sie dazu auch: Telematikinfrastruktur: Verhandlungen von KBV und Kassen stocken bei TI

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