Anlagen-Kolumne

Aufschwung nach Corona-Einbruch schon wieder im Gange

Der konjunkturelle Ausblick hellt sich schneller wieder auf, als zu Beginn des Lockdowns gedacht. Davon können Anleger profitieren.

Von Richard Haimann Veröffentlicht:

Es sind beachtliche Revisionen zur Einschätzung der konjunkturellen Lage: Zu Beginn der Corona-Krise hatte die Bundesregierung einen Einbruch der deutschen Wirtschaft von mehr als neun Prozent in diesem Jahr prognostiziert.

Jetzt geht Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nur noch von einem Minus von 5,8 Prozent aus. Die Bundesbank sagt in ihrem jüngsten Report sogar ein „kräftiges Wachstum“ im gerade laufenden dritten Quartal voraus.

Positive Aussichten

Auch global erhellt sich der Ausblick. Die OECD hatte noch im Juni erwartet, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um bis zu 8,8 Prozent einbrechen würde. Nun rechnen die Ökonomen der Denkfabrik der Industrienationen nur noch mit einem Minus von 4,5 Prozent – und prognostizieren für 2021 ein Plus von fünf Prozent. Positiv fallen auch Konjunkturindikatoren wie der ZEW-Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung aus.

Der Ausbruch des Corona-Virus und die zu seiner Bekämpfung zunächst rund um den Globus verhängten Lockdowns haben zwar die Wirtschaft vorübergehend gelähmt. Doch die jüngsten Daten zeigen, dass die Konjunkturerholung rasch begonnen hat, nachdem die exponentielle Verbreitung der Ansteckungen gestoppt und die Beschränkungen des Alltagslebens wieder gelockert wurden.

Börsianer haben früh auf eine solche Trendwende gesetzt.

Börsennotierungen könnten schnell wieder anziehen

Bereits Mitte März zogen der deutsche Leitindex Dax und der Dow Jones in den USA wieder an. Heute notieren beide Indices höher als vor zwölf Monaten. Getrieben wurde die Erholung der Aktienkurse von Profiinvestoren. Die hatten schnell erkannt, dass es sich bei der Corona-Krise um einen vorübergehenden externen Schock handelt, der durch die konjunkturellen Hilfsprogramme von Regierungen und Notenbanken erfolgreich abgefedert würde.

Die Entwicklung an den Börsen macht deutlich, dass Anleger bei einem Crash nicht in Panik verfallen sollten. Denn jedem Einbruch am Markt folgt ein neuer Aufschwung. Der größte Fehler wäre es, Aktien zu verkaufen, nachdem deren Kurse bereits kräftig gefallen sind. Denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Börsennotierungen schneller wieder anziehen, als Anleger den Mut finden, um erneut in den Markt einzusteigen.

Richard Haimann ist freier Wirtschaftsjournalist in Hamburg. Er schreibt über Finanzthemen für in- und ausländische Publikationen.

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