E-Health

Berlin soll Vorreiterrolle spielen

Die Berliner Gesundheitssenatorin sieht Vivantes als Digital Health-Leuchtturm in Deutschland.

Veröffentlicht: 12.02.2019, 09:40 Uhr

BERLIN. Als wegweisend in Richtung „Digitales Krankenhaus“ betrachtet die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) den größten kommunalen Klinikkonzern Deutschlands, die Berliner Vivantes GmbH.

„Vivantes hat hier eine Vorreiterrolle übernommen und treibt die Entwicklung digitaler Lösungen mit voran“, so Kolat anlässlich eines Besuchs in einem der neun Vivantes-Häuser. Technologischer Fortschritt und Digitalisierung würden helfen, die Arbeit mit Patienten zu erleichtern, die Vernetzung zwischen Klinik, Patienten und Therapeuten zu verbessern und die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus zu verkürzen, so die Senatorin weiter.

Als zukunftsweisend bewertet die Gesundheitssenatsverwaltung vor allem die digitale sektorübergreifende Gesundheitsakte und das Vorhaben, eine offene, einheitliche Schnittstelle für den Datenaustausch von verschiedenen Gesundheitsakten zu schaffen.

Die gemeinsame Patientenakte, die Vivantes mit der AOK Nordost und der Techniker Krankenkasse derzeit entwickelt, hat bereits viel Beachtung gefunden. Mithilfe einer einheitlichen, standardisierten Schnittstelle für den Datenaustausch soll dabei erstmals bundesweit die direkte Vernetzung von Leistungserbringern wie Ärzten, Kliniken und Therapeuten mit unterschiedlichen elektronischen Gesundheitsakten gelingen.

Doch Vivantes hat bereits weitere Digital Health-Projekte umgesetzt. Einige Beispiele:

- Online-Termine: Mehr als 50 Bereiche sind seit 2017 an das Online-Terminmanagement angeschlossen worden. Es ermöglicht den Angaben zufolge auch eine bessere Vernetzung mit niedergelassenen Ärzten, Reha-Einrichtungen und Krankenkassen.

- Telemedizin: Vor allem in der Radiologie, Pathologie und Neurologie sind die Vivantes-Standorte telemedizinisch vernetzt. So sollen Versorgungsergebnisse verbessert, doppelte Untersuchungen und unnötige Wartezeiten vermieden werden.

- Digitale Patientenakte auf den Intensivstationen: Das System erfasst bis zu 500 Einzeldaten pro Patient pro Tag von Medikamenten bis hin zu Laborwerten. Die Daten sind den Angaben zufolge schneller abrufbar als aus einer Papierakte.

- OP-Roboter: Von 2014 bis Ende November 2018 haben OP-Roboter bei Vivantes den Angaben zufolge bei fast 2000 Eingriffen assistiert. Urologie, Nephrologie, Gynäkologie und Chirurgie sind die Haupteinsatzgebiete.

„Die digitale Transformation verändert den Gesundheitsbereich für alle Beteiligten merklich“, so Dr. Eibo Krahmer, Vivantes Geschäftsführer Finanzmanagement, Infrastruktur und Digitalisierung. Die Vivantes-Strategie sei, vernetzt zu agieren, um Insellösungen zu vermeiden. Mithilfe der Technik sollen Patienten besser versorgt und den Beschäftigten die Arbeit erleichtert werden. (ami)

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