Klinik-Management

Bremer Senatorin legt Plan gegen Klinikkeime vor

Die Hygieneregeln in Bremer Kliniken sollen geprüft und verschärft werden. Wegen des Tods von Frühchen will der Senat die Vorsorge intensivieren.

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BREMEN (cben). Bremens Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) will mit einem "Landesaktionsprogramm Krankenhaushygiene" die bestehenden Hygieneregelungen in den Bremer Krankenhäusern "überprüfen, systematisieren und weiterentwickeln", wie es nach einer Sitzung der Bremer Gesundheitsdeputation hieß.

Das Programm soll für alle Bremer Krankenhäuser und Gesundheitsämter gelten und die Maßgaben des Infektionsschutzgesetzes übersteigen. So soll das Bremer MRSA-Netz auf weitere Antibiotika-resistente Keime ausgeweitet werden.

An dem Netz nehmen landesweit bereits Krankenhäuser, Laboratorien, ambulante - und Pflegeeinrichtungen teil und koordinieren zum Beispiel ein verbindlich vereinbartes Screening.

Jürgens-Pieper will, dass das Netz auch auf Klebsiellen-Keime und andere ESBL-Keime angewendet wird. Die Kassen sollen künftig auch dann zahlen, wenn ein Patient in ambulanter Behandlung mit Keimen besiedelt. Bisher werden diese Kosten nur bei stationärer Behandlung von den Kassen getragen.

Hilfe von externen Experten

Sämtliche Krankenhäuser im Land Bremen sollen darüber hinaus verpflichtet werden, sich alle zwei Jahre einem systematischen Hygieneaudit zu unterziehen. Hinzu kommen Nachkontrollen bei Bedarf. Die Ergebnisse dieser Audits sollen veröffentlicht werden.

Externe Spezialisten sollen nach dem Willen der Senatorin auch die krankenhaushygienische Aufsicht, die Kontrolle und Beratung der Gesundheitsämter in Bremen und Bremerhaven durchleuchten. "Denn die Gesundheitsämter werden in Zukunft deutlich mehr gefordert sein", hieß es.

Im Frühjahr und Sommer sind im Bremer Klinikum Mitte drei Frühchen in der Neonatologie des Klinikums Bremen Mitte an Klebsiellen-Infektionen gestorben. Die Todesfälle und weitere Besiedelungen und Infektionen wurden erst im Herbst bekannt.

Seither wird an der Weser über Gründe und zusätzliche Vorsorgemaßnahmen debattiert. Auch bei der Weitergabe der Meldung der Infektionen und Todesfälle hat es Pannen gegeben (wir berichteten).

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