Corona-Prävention

Bundesbürger tragen meist Schutzmasken „made in China“

Die Corona-Pandemie stellt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden vor eine Herausforderung – Schutzmasken aus China krempeln den Textilsektor um.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Im vergangenen Jahr wurden fast ausschließlich Gesichtsschutzmasken aus der Volksrepublik China nach Deutschland importiert.

Im vergangenen Jahr wurden fast ausschließlich Gesichtsschutzmasken aus der Volksrepublik China nach Deutschland importiert.

© Christian Schwier / stock.adobe.com

Wiesbaden. Im Jahr 2020 wurden nach vorläufigen geschätzten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) Gesichtsschutzmasken im Wert von rund sechs Milliarden Euro nach Deutschland importiert.

Durch die Coronavirus-Pandemie etablierte sich nach Angaben der Wiesbadener Statistiker damit ein neuer Artikel im deutschen Außenhandel. Eingeführt wurden die Masken fast ausschließlich aus der Volksrepublik China.

Allein in den Monaten April und Mai 2020 seien Masken im Wert von 3,5 Milliarden Euro aus dem Reich der Mitte importiert worden, im Juni und Juli seien weitere Masken im Wert von 1,4 Milliarden Euro aus China hinzugekommen. 80 Prozent der Importe von Gesichtsschutzmasken des Jahres 2020 habe damit in den Monaten April bis Juli stattgefunden.

Vereinfachte Einfuhr für Qualitätsdefizite verantwortlich?

Im Laufe der Zeit häuften sich Meldungen über eine mangelhafte Beschaffenheit vieler importierter Masken, die zum Teil auch massenweise an Krankenhäuser geliefert worden waren. Möglich machte den schnellen Marktzugang eine Entscheidung der EU-Kommission.

Da immer mehr branchenfremde Anbieter Produkte für die persönliche Schutzausrüstung auf den Markt warfen, hatte die Kommission am 13. März 2020 eine Mitteilung zu Konformitätsbewertungs- und Marktüberwachungsverfahren im Kontext der COVID-19-Bedrohung erlassen, die am 16. März im EU Amtsblatt veröffentlicht worden war.

Im Kern ging es darum, den PSA-Marktzugang zu beschleunigen und die Überwachung zu vereinfachen: PSA- oder Medizinprodukte ohne CE-Kennzeichnung konnten demnach ebenfalls bewertet und in einen von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten organisierten Beschaffungsvorgang einbezogen werden.

Es musste dabei sichergestellt sein, dass diese Produkte nur medizinischen Fachkräften und nur für die Dauer der derzeitigen Gesundheitsbedrohung zur Verfügung stehen und dass sie nicht in die normalen Vertriebskanäle gelangen und anderen Verwendern zugänglich gemacht wurden. In Deutschland sind die jeweiligen Regierungspräsidien für die Freigabe verantwortlich.

Masken lösen Importboom bei Textilien aus

Wegen der Maskenimporte aus der Volksrepublik China im Jahr 2020 stiegen die Importe in der Warengruppe der Textilien ohne Bekleidung – gegenläufig zum starken Rückgang der deutschen Gesamtimporte – um 49,4 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro, so die Wiesbadener Statistiker.

Im Jahr 2019 hatten die deutschen Importe in dieser Warengruppe demnach noch 11,1 Milliarden Euro betragen. Aufgrund der großen Bedeutung von Schutzmasken bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie seien die entsprechenden Warenklassifikationen europaweit angepasst und die Gesichtsschutzmasken ab dem Berichtsmonat Januar 2021 separat nachgewiesen worden.

Im Januar 2021 seien bereits 1,4 Milliarden Gesichtsschutzmasken im Wert von 186,7 Millionen Euro importiert worden – darunter 1,1 Milliarden Stück filtrierende Halbmasken (z. B. FFP2-Masken) für 166,7 Millionen Euro. 94 Prozent dieser Masken seien aus der Volksrepublik China gekommen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Detailansicht eines Windrades: Bringt eine ökologisch nachhaltige Geldanlage auch gute Rendite? Anleger sollten auf jeden Fall genau hinschauen.

© Himmelssturm / stock.adobe.com

Verantwortungsbewusstes Investment

„Nachhaltig – das heißt nicht, weniger Rendite bei der Geldanlage!“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen

Röntgen-Thorax führte zur Diagnose

Kasuistik: Negativer D-Dimer-Test trotz akuter Lungenembolie

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Eine Frau liegt erschöpft auf einem Sofa.

© fizkes / stock.adobe.com

Patientenumfrage

Krebs: So häufig sind Tumorschmerzen