Jahresbericht 2020

Charité: Verluste in der Uni-Medizin, Schwarze Zahlen im Konzern

Mit der Unterstützung des Landes Berlin kam die Charité trotz der Behandlung der schwersten Corona-Fälle wirtschaftlich glimpflich durch das vergangene Jahr.

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Die Berliner Uniklinik Charité hat ein herausforderndes Jahr hinter sich.

Die Berliner Uniklinik Charité hat ein herausforderndes Jahr hinter sich.

© Jörg Carstensen / dpa / picture alliance

Berlin. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin meldet für 2020 einen Verlust nach Steuern von rund 1,3 Millionen Euro. Im Konzern jedoch, also einschließlich der Einnahmen der Tochterfirmen der Charité, konnten nach Steuern 5,6 Millionen Euro Gewinn erzielt werden. Vor allem aufgrund der finanziellen Unterstützung des Landes Berlin sei der Verlust im ersten Jahr der Corona-Pandemie vergleichsweise gering ausgefallen, heißt es seitens der Universitätsklinik.

Speziell die Einschränkung des klinischen Normalbetriebes und die Bereitstellung zusätzlicher Intensiv-Kapazitäten hätten zu einer erheblichen wirtschaftlichen Belastung geführt, die nicht komplett durch die Corona-Zuschüsse sowohl der Bundesregierung als auch des Berliner Senats ausgeglichen werden konnte, heßt es. Allein auf die geringere Auslastung von Mitte März bis Ende Mai 2020 führt die Charité Einnahme-Ausfälle gegenüber Vorjahr von rund 44 Millionen Euro zurück.

2600 stationäre Corona-Patienten

Das Land Berlin unterstützte die Charité im Berichtsjahr mit 49,4 Millionen Euro. Der Umsatz der Charité belief sich auf circa 2,2 Milliarden Euro, darin enthalten sind auch Drittmittel sowie Investitionszuschüsse. „Unter schwierigsten Bedingungen hat die Charité erfolgreich Kurs gehalten und eine zentrale Rolle in der Bewältigung der Pandemie in Berlin und bundesweit übernommen. Das verdient nicht nur große Anerkennung, sondern auch die notwendige finanzielle Rückendeckung“, so Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, der auch als Wissenschaftssenator und Aufsichtsratsvorsitzender der Charité fungiert.

Als Level-1-Zentrum behandelt die Berliner Universitätsmedizin die schwersten COVID-19-Fälle der Hauptstadt und ist zuständig für die Koordination der Intensivbetten-Belegung in den Berlin-Brandenburger Level-2-Häusern. 2600 Corona-Patientinnen und -Patienten versorgte die Charité stationär, davon 1255 auf Intensivstationen. Vorstandsvorsitzender Professor Heyo Kroemer, bedankte sich bei den konzernweit rund 19.400 Beschäftigten für ihr Engagement in der Pandemie.

Strukturelle Fortschritte

Trotz der Herausforderungen der Pandemie sei es der Charité gelungen, einige strukturelle Ziele zu erreichen. So wurde unter anderem Berlin als einer von vier neuen Standorten für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) ausgewählt und der Zusammenschluss der Kardiologien und Herzchirurgien von Charité und Deutschem Herzzentrum Berlin im Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) entwickelt. Außerdem hätten entscheidende Bauprojekte vorangebracht werden können, etwa die Sanierung des Forschungs- und Laborgebäudes. (mas)

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