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Jahresbericht 2020

Corona-Pandemie: Vivantes macht 30 Millionen Euro Verlust

Der kommunale Krankenhauskonzern Vivantes hat 2020 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Corona-Pandemie hat allerdings tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen.

Madlen SchäferVon Madlen Schäfer Veröffentlicht:
Mehr als eine halbe Million Patienten behandelte der Klinikkonzern Vivantes im vergangenen Jahr.

Mehr als eine halbe Million Patienten behandelte der Klinikkonzern Vivantes im vergangenen Jahr.

© Vivantes/Jan Roehle

Berlin. Der kommunale Gesundheitsversorger Vivantes hat im Jahr 2020 einen Verlust von 30,5 Millionen Euro eingefahren, das teilt der Konzern anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichtes 2020 am Freitag in Berlin mit. Insgesamt machte Vivantes einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro.

Das Unternehmen habe trotz der Verluste kräftig investiert: 203,8 Millionen Euro flossen in große Bauprojekte, das Logistikzentrum sowie die digitale Infrastruktur, heißt es weiter in der Mitteilung. In den kommenden zehn Jahren seien Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro erforderlich. Der Konzern hofft dabei auf die finanzielle Unterstützung durch das Land Berlin.

Den Angaben zufolge wurden 2020 mehr als eine halbe Million Patienten behandelt, davon waren 311 .005 ambulante Fälle und 204 .766 stationäre Fälle. Aufgrund der Corona-Pandemie ging die Fallzahl im Vergleich zu 2019 deutlich zurück: Im ambulanten Bereich wurden 49 .016 Fälle weniger registriert (minus 14 Prozent), im stationären Bereich waren es 42 .340 Fälle weniger als noch im Vorjahr (minus 17 Prozent).

Reduzierte Bettenbelegung wegen Corona

Ursache hierfür sei vor allem die Vorgabe aus der Politik gewesen, Kapazitäten für COVID-Patienten freizuhalten. Auch zusätzliche Hygiene-Maßnahmen, wodurch die Zimmer nicht voll belegt werden konnten, hätten zu diesem Rückgang beigetragen. Der Klinikkonzern habe rund 39 Prozent aller stationär aufgenommenen Corona-Patienten in Berlin betreut. Insgesamt waren bei Vivantes 3309 Corona-Erkrankte im Durchschnittsalter von 65 Jahren in Behandlung.

„Unser Versorgungsauftrag und unsere Verpflichtung als kommunaler Träger hatten in der Pandemie eine ganz besondere Priorität“, wird Dr. Johannes Danckert, Geschäftsführer des Vivantes-Klinikmanagements, in der Mitteilung zitiert. Aber auch 2021 werde Vivantes mit den Herausforderungen der Corona-Pandemie zu kämpfen haben.

Mehr Auszubildende in der Pflege

Trotz der gesunkenen Patientenzahl erhöhte sich die Anzahl der Mitarbeitenden um 504 auf 17 .876. Der Fokus des Konzerns habe dabei besonders auf der Gewinnung von Fachkräften gelegen. 2020 haben 250 Pflegeauszubildende bei Vivantes nach eigenen Angaben ihre Ausbildung gestartet, 88 mehr als 2019.

„Vivantes ist es trotz der Pandemie gelungen, seine strategische Neuausrichtung, die Digitalisierung und die Erneuerung der Infrastruktur weiter voranzutreiben“, so Dr. Eibo Krahmer, Geschäftsführer für Finanzen, Digitalisierung und Infrastruktur, laut Mitteilung. Am Klinikum Neukölln beispielsweise sei mit den Gründungsarbeiten für den „Nordkopf“ begonnen worden. Neben einer modernen Rettungsstelle wird das Gebäude ebenso Zentral-OP und Intensivbereiche bekommen. Am Standort des Auguste-Viktoria-Klinikums entsteht ein komplett neues Krankenhaus und in Spandau wird ein modernes Versorgungs- und Logistikzentrum errichtet.

In technische Innovationen habe Vivantes 2020 rund 28 Millionen Euro investiert, darunter für eine Angiografieanlage für 1,2 Millionen Euro. Für 0,7 Millionen Euro sei das Digitalisierungsprogramm SPRUNG umgesetzt worden.

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