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Betrugsverdacht

DRK-Klinik im Visier der Staatsanwaltschaft

Das Berliner DRK-Klinikum Westend soll Hochrisiko-Schwangere unberechtigt behandelt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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Was sich hinter der Fassade des Berliner DRK-Klinikums Westend bei der Behandlung von Hochrisiko-Schwangeren abgespielt hat, ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

Was sich hinter der Fassade des Berliner DRK-Klinikums Westend bei der Behandlung von Hochrisiko-Schwangeren abgespielt hat, ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

© DRK Kliniken Berlin

BERLIN (wul). Das Berliner DRK-Klinikum Westend ist erneut wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug ins Visier der Berliner Staatsanwaltschaft geraten.

Das Perinatalzentrum der Klinik soll Frauen mit hochriskanten Schwangerschaften behandelt und abgerechnet haben, zu deren Betreuung es offenbar nicht berechtigt war.

Nach Angaben des Sprechers der Berliner Staatsanwaltschaft Martin Steltner handelt es sich zunächst um acht Fälle aus den Jahren 2009 und 2010. Die Ermittlungen seien aufgenommen worden, nachdem eine Krankenkasse im Oktober eine Anzeige erstattet hat.

Betrugsschaden von 200.000 Euro

Bereits vor einer Woche sind Klinikräume von der Polizei durchsucht und Patientenakten beschlagnahmt worden.

Der Betrugsschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen der Staatsanwaltschaft auf rund 200.000 Euro. Nun werde laut Steltner geprüft, ob auch Patientinnen zu Schaden gekommen sind.

Nach Angaben des Klinikverbundes haben die DRK-Kliniken der Staatsanwaltschaft umfassend Informationen zur Verfügung gestellt.

"Wir arbeiten mit Hochdruck und Hilfe einer Anwaltskanzlei an der Aufarbeitung der Abrechnungsfälle und werden unsere Ergebnisse voraussichtlich noch in dieser Woche dem Berliner Landeskriminalamt und der Staatsanwaltschaft übergeben können. Wir gehen davon aus, dass zügig Klarheit zu den Vorwürfen geschaffen werden kann", teilte der Geschäftsführer der DRK Kliniken Berlin, Ralf Stähler, mit.

Keine Level-1-Berechtigung?

Laut Gemeinsamem Bundesausschuss (GBA) müssen deutsche Frühchenstationen seit 2010 mindestens 14 Frühgeborene pro Jahr mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm betreuen, um eine Level-1-Berechtigung zu erhalten.

Über eine solche Berechtigung verfügte das Perinatalzentrum des DRK-Klinikums Westend offenbar nicht.

Die strittigen acht Fälle hätten demnach an eines der sieben Berliner Perinatalzentren des Level 1 überwiesen werden müssen.

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