Leitartikel zu Op-Zahlen

Das Op-Maß ist gar nicht geeicht

Greifen Chirurgen in Deutschland zu schnell zum Messer? Der internationale Vergleich deutet darauf hin, ist aber ziemlich windschief. Die Alternativen - neue Methoden der Qualitätssicherung - sind noch nicht ausgereizt.

Von Fritz Beske Veröffentlicht:
Zu schneller Griff zum Messer? Harte Belege für eine solche Behauptung existieren nicht.

Zu schneller Griff zum Messer? Harte Belege für eine solche Behauptung existieren nicht.

© iStockphoto.com

Es wird zu viel operiert in Deutschland, so schallt es in allen Medien. Sprachlich bedeutet zu viel, dass mehr operiert wird als notwendig, als medizinisch begründet.

Das bedeutet zunächst, dass bekannt ist, welches denn die richtige Zahl an Operationen ist, die Zahl also, gegen die gemessen wird mit dem Ergebnis, dies ist zu viel.

Derartige Zahlen, derartige Normen sind jedoch nicht bekannt, für keine der diskutierten Operationen, in Deutschland nicht und auch nicht im Ausland.

Zugrunde gelegt wird ausschließlich ein internationaler Vergleich. In anderen Ländern wird weniger operiert als in Deutschland.

Die Norm, gegen die gemessen wird, ist also keine wissenschaftliche Begründung, sondern die Feststellung, dass in anderen Ländern weniger operiert wird. Schlussfolgerung: In Deutschland wird zu viel operiert.

Wenn dies so einfach wäre. Abgesehen von möglicherweise unterschiedlichen Altersstrukturen mit einem unterschiedlichen Bedarf an medizinischen Leistungen spielen finanzielle Aspekte eine entscheidende Rolle.

So könnte zum Beispiel auch gesagt werden, dass in anderen Ländern Unterversorgung besteht, dass zum Beispiel nicht jeder, der eine Endoprothese benötigt, eine neue Hüfte zum Beispiel oder ein neues Knie, diese Endoprothese auch erhält, und zwar zeitnah, wie dies in Deutschland der Fall ist ...

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Abrechnungsstreit

Bayerns Sozialgerichte klagen über Prozessflut

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Eine Frau hat Schmerzen im Unterbauch aufgrund einer Blasenentzündung und hält sich mit der Hand den unteren Bauch.

© Aleksandr Rybalko / stock.adobe.com

Urogenitale Malignome

Akute Zystitis kann auf künftigen Krebs hinweisen

Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!