Direkt zum Inhaltsbereich

Das große Bettenschieben - Klinikumzug in drei Tagen

Bei laufendem Betrieb haben die Kasseler Diakoniekliniken den Umzug in ihren Neubau gestemmt.

Von Katja Schmidt Veröffentlicht:
Die Krankenbetten wurden zu Umzugswagen umfunktioniert. © Kasseler Diakonie-Kliniken

Die Krankenbetten wurden zu Umzugswagen umfunktioniert. © Kasseler Diakonie-Kliniken

© Kasseler Diakonie-Kliniken

KASSEL. Der Umzugswagen ist ein Bett: Eine alte Dame liegt darin, gegen ihre Kissen gestützt. Am Fußende liegen ihre Hausschuhe, ihr Morgenmantel und ihre Tasche. Die Patientin wird verlegt. Doch nicht nur sie, sondern auch alle anderen Patienten. In den Kasseler Diakonie-Kliniken ist Mitte März in drei Tagen ein großer Teil des Krankenhauses umgezogen. Ein 16,4 Millionen Euro teurer Neubau mit neuen Bettenstationen, zentraler Notaufnahme und Intensivstation ist nun in Betrieb.

Der Umzug der Station für Gastroenterologie, auf der die Dame liegt, läuft an einem Mittwoch, und gehört bereits zum letzten Akt. "Gestern haben wir 90 Betten verlegt", berichtet Pflegedirektorin Cornelia Reissner.

Die Gefäßchirurgie, Innere Medizin und die Intensivstation sind am Dienstag umgezogen, die Notaufnahme am Montag. Insgesamt müssen 126 Betten an ihren neuen Platz gelangen, 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich im neuen Arbeitsumfeld zurechtfinden - das ist fast ein Viertel der Belegschaft.

Dafür dass sie ein logistisches Großprojekt gemanagt und beim Bettenschieben mit angepackt hat, wirkt Reissner entspannt. "Man muss rechtzeitig planen", sagt die Diplom-Pflegewirtin. Und die Planung brauche Puffer. Besonders bei der Intensivstation sei das wichtig.

"So weit es planbar war, haben wir den Betrieb dort etwas ausgedünnt", erklärt Reissner. Verschiebbare Operationen von Patienten, die nach dem Eingriff Intensivversorgung benötigt hätten, wurden nach dem Umzug terminiert. "Wir haben aber noch am Wochenende neue Notfälle hereinbekommen", sagt die Direktorin. Die Verlegung musste trotzdem klappen. Fast deckenhoch liegen leere Kartons in einem Entsorgungsraum der neuen Intensivstation. Sie geben einen Eindruck von der Materialmasse, die hier bewegt wurde.

Großzügige Ver- und Entsorgungsräume sind beim Bau der neuen Stationen extra eingeplant worden. Den Zuschnitt der Stationen hätten die Mitarbeiter in Arbeitsgruppen mitgestalten können, betont Pflegedirektorin Reissner. Dass alle Patientenbäder behindertengerecht sind, habe die Pflege durchgesetzt. Reissner: "Wir haben gesagt: So sieht unsere Klientel der Zukunft aus."

Die Patienten der Gegenwart und ihre Angehörigen müssen sich nach dem Umbau allerdings noch neu orientieren. Der Haupteingang der Diakonie-Kliniken liegt nun auf der anderen Gebäudeseite. Auch die Einfahrt für die Rettungsfahrzeuge ist neu.

Das Krankenhaus hat alle Taxiunternehmen der Region angeschrieben, sie gemeinsam mit den Rettungsdiensten zur Besichtigung geladen. Und doch hält an jenem Mittwoch ein Taxi vor dem Blumenkübel, der seit Kurzem den Weg zum alten Krankenhauseingang versperrt. Eine ältere Frau ist ausgestiegen und zieht an der Tür. Erst dann sieht sie die Hinweisschilder. Sie bleibt gelassen und steigt für den Weg um die Klinik herum zum neuen Eingang wieder ins Taxi.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist

Lesetipps
Ein Mann muss aufstoßen und hält sich die Hand vor den Mund.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Vier Ursachen im Überblick

Häufiges Aufstoßen: Woher es kommen kann und wie therapiert wird

Eine ältere Frau schaut traurig aus dem Fenster

© terovesalainen / stock.adobe.com

Empfehlungen für die Therapie

So holen Sie Ihre Patienten aus der Post-Stroke-Depression

Ein Mann hält sich den Kopf und verzieht das Gesicht.

© TheSupe87 / stock.adobe.com

Internationale Analyse

Nehmen Schmerzen mit dem Alter wirklich immer weiter zu?