Direkt zum Inhaltsbereich

Versicherung

Debeka: Psychische Erkrankungen dominieren bei neuen Berufsunfähigkeitsfällen

Der Versicherer Debeka hat Bilanz gezogen für 2020. Knapp 1000 Policeninhaber bezogen neu Leistungen aus ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung. Dominierend bei den Ursachen waren psychische Probleme.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Psychische Erkrankungen dominieren bei neuen Berufsunfähigkeitsfällen

Depressionen führten bei den Debeka-Policeninhabern, die 2020 erstmals Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung bezogen, als Ursache die Liste der Gründe an.

© dzhafarov_eduard / Fotolia

Koblenz. Bei der Debeka Lebensversicherung sind psychische Erkrankungen im Jahr 2020 mit weitem Abstand die Hauptursache für Berufsunfähigkeit geblieben. Dabei dominieren depressive und manische Störungen. Auswirkungen der Corona-Pandemie lassen sich in den Zahlen noch nicht erkennen.

Der viertgrößte deutsche Lebensversicherer hat 948 Fälle analysiert, bei denen Versicherte 2020 neu Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten haben. Das waren etwas weniger als die 1009 neuen Fälle im Jahr 2019.

Im vergangenen Jahr waren psychische Erkrankungen erneut der Hauptgrund für die Berufsunfähigkeit, auf sie entfielen 40,6 Prozent (siehe Abbildung). 2019, waren es 44,1 Prozent gewesen. Mit einem Anteil von 74 Prozent standen depressive und manische Störungen mit weitem Abstand an der Spitze, gefolgt von neurotischen Störungen (11 Prozent) und somatoformen Störungen (4 Prozent). Zum Vergleich: Bei der Deutschen Rentenversicherung entfielen 2020 insgesamt 41,5 Prozent aller Rentenzugänge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit auf psychische Störungen.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Datawrapper Um mit Inhalten aus Datawrapper zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Noch keine Corona-Auswirkungen zu erkennen

Der Anteil der Tumorerkrankungen erhöhte sich bei der Debeka 2020 von 15,6 Prozent auf 16,9 Prozent, Erkrankungen des Bewegungsapparates schlugen mit 14,1 Prozent nach 12,6 Prozent zu Buche. Eine Rolle spielten zudem Erkrankungen des Nervensystems und der Sinnesorgane mit 9,5 Prozent sowie Herz-/Kreislauferkrankungen mit 5,4 Prozent.

Nach Angaben der Debeka zeigt die Analyse noch keine Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Das ist auch nicht erstaunlich, da es meist eine Zeitlang dauert, bis eine Erkrankung als Ursache für eine Berufsunfähigkeit erkennbar wird. Nach Eingang eines entsprechenden Antrags bei dem Koblenzer Versicherer dauert es dann im Schnitt 116 Tage, bis er eine Entscheidung über die Anerkennung als Leistungsfall fällt.

Davon entfällt mit 103 Tagen der größte Teil auf die Antragsteller, die etwa noch Gutachten oder Arztberichte einreichen müssen. Die Debeka kommt dann im Schnitt in 13 Tagen zu einem für den Kunden positiven oder negativen Urteil. In Einzelfällen kann das auch viel länger dauern, etwa wenn der Fall strittig ist und vor Gericht entschieden werden muss.

Die Debeka hat im vergangenen Jahr 63,3 Millionen Euro an Kunden bezahlt, die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten, 2019 waren es 61,7 Millionen Euro. Das Geld ging an knapp 7500 Männer und Frauen, die ihre Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr (6670) oder nur noch teilweise (819) ausüben können.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Tollwut-Impfung: Bei wem zahlt die Krankenkasse?

Lesetipps
Harnwegsinfekt bei einem Mann

© anut21ng Stock / stock.adobe.com

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?