Kommentar – AU-Bescheinigung ein Fall für die MFA?

Delegation ist gelebter Alltag

Raimund SchmidVon Raimund Schmid Veröffentlicht:

Das ging vielen Teilnehmern auf der practica 2018 dann doch zu weit. Tagungsleiter Dr. Hans-Michael Mühlenfeld hatte dafür plädiert, die komplette Bearbeitung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen in der Hausarztpraxis an qualifizierte Praxiskräfte zu delegieren, die dann nur noch unterschrieben werden müssen. Doch damit konnten sich gerade junge Allgemeinärzte nicht anfreunden.

Denn sie fürchten, den Schwarzen Peter zugeschoben zu bekommen, wenn nach einer schnellen Unterschrift des Arztes eine ernsthafte Erkrankung übersehen wurde. Diese Befürchtungen sind zwar verständlich.

Doch erinnern wir uns: Wie groß war der Aufschrei, als sich vor Jahren die ersten fortgebildeten MFA und VERAH zu Hausbesuchen aufmachten oder die Koordination des Impfmanagements verantwortlich übernahmen?

Heute ist das in den meisten Hausarztpraxen gelebter Alltag. Zum Vorteil des Arztes, weil er entlastet wird. Zum Nutzen des Patienten, weil eine Praxisassistentin häufig mehr Zeit und Empathie mitbringt. Und schließlich profitiert auch die MFA, weil ihre Arbeit aufgewertet wird.

Allerdings sollten anspruchsvolle Delegationstätigkeiten auch besser honoriert werden. Doch das ist leider immer noch viel zu selten der Fall.

Lesen Sie dazu auch: Streitfall Delegation: AU-Bescheinigung ein Fall für die MFA?

Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitartikel

GVSG: Zu viele Leerstellen

Verbesserung der Leistungsfähigkeit

Betablockerverzicht bei HFpEF unterschiedlich erfolgversprechend

Lesetipps
Prinzipiell folge aus REDUCE-AMI, so Prof. Dr. Michael Böhm, dass bei Infarktpatienten mit erhaltener Pumpfunktion keine Betablocker mehr gegeben werden müssten. Das gelte, sofern es keinen anderen Grund für Betablocker gebe, konkret tachykardes Vorhofflimmern oder anhaltende Angina.

© shidlovski / stock.adobe.com

Nach der REDUCE-AMI-Studie

Bye-bye für Betablocker nach Herzinfarkt?

Viele Menschen sind adipös. Die Kombination aus Intervallfasten plus Protein-Pacing kann anscheinend neben einer Gewichtsabnahme auch zu einem gesünderen Mikrobiom verhelfen.

© Aunging / stock.adobe.com

Verändertes Mikrobiom

Intervallfasten plus Protein-Pacing lassen die Pfunde purzeln