Zukunftsbranche Gesundheitswirtschaft

Der Leuchtturm der Kanzlerin

Die Kanzlerin hebt die Stabilität der Gesundheitswirtschaft hervor. Der neue "Index für die Gesundheitswirtschaft" misst jetzt nach, wie das die Branche selbst sieht.

Von Uwe K. Preusker Veröffentlicht:

Großer Bahnhof war in Berlin angesagt, als das Bundesgesundheitsministerium jetzt zum ersten Mal einen "Zukunftskongress Gesundheitswirtschaft" veranstaltete. Ehrengast war niemand Geringeres als Kanzlerin Angela Merkel. Und ihre Worte zur Gesundheitswirtschaft waren klar und deutlich: Die Gesundheitswirtschaft sei in der Wirtschaftskrise "einer der Leuchttürme" gewesen und habe stabilitätswahrende Ausstrahlung gehabt.

Doch erinnern wir uns an die Realität: Als die Immobilienblase in den USA platzte und daraus eine der größten Bankenkrisen der Neuzeit entstand, war von Unterstützung der Gesundheitsbranche als Stabilitätswahrer und Jobmaschine keine Rede. Vielmehr waren es zwei ganz andere Branchen in Deutschland, die die Hilfe der Politik erhielten: Einmal die Banken, weil sie nach Auffassung der Politik überlebenswichtig für das Funktionieren der gesamten Wirtschaft sind. Die zweite Branche war die Automobilindustrie, die über die Abwrackprämie einen Nachfrageschub ohne Gleichen erlebte.

Die Gesundheitswirtschaft dagegen ging fast komplett leer aus. Um zum "Leuchtturm" in der Wirtschaftskrise zu werden, war sie ganz auf sich gestellt. Und das, obwohl sie mit inzwischen 13,8 Prozent aller Beschäftigten anerkanntermaßen die zentrale Jobmaschine der deutschen Volkswirtschaft ist und weit über zehn Prozent der Wertschöpfung für die deutsche Wirtschaft beisteuert.

Immerhin - späte Anerkennung ist auch Anerkennung - nur sollten den anerkennenden Worten irgendwann Taten folgen. Die Branche braucht ein Umfeld, das mehr als bisher Innovation belohnt.

Da trifft es sich gut, dass das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Kooperation mit Springer Medizin jetzt dazu beiträgt, dass weder die Akteure der Gesundheitsbranche noch die Politik in Zukunft noch sagen können, sie hätten ja nicht gewusst, wie es um die Branche steht. RWI und Springer Medizin haben nämlich in dieser Woche erstmals den neuen "Index für die Gesundheitswirtschaft" vorgestellt, mit dem die Einschätzung der Gesundheitsbranche zur Einnahmen-Situation, zur Entwicklung der Nachfrage und zu Preisen und Honoraren abgefragt wird. Befragt werden alle Akteure der Branche - also neben den Verantwortlichen in Gesundheitsunternehmen auch Ärzte, Zahnärzte und Apotheker. Es wird höchste Zeit, dass die Gesundheitswirtschaft als das wahrgenommen wird, was sie ist: Eine zentrale Zukunftsbranche unserer Volkswirtschaft! Und damit das nicht nur in Sonntagsreden so ist, braucht man Daten und Fakten. Genau das liefert der neue "Index für die Gesundheitswirtschaft".

Der "Index für die Gesundheitswirtschaft" steht als PDF zum kostenlosen Download auf dem Portal SpringerMedizin.de, dem Fachportal für Ärzte, zur Verfügung. Bei Klick auf einen Artikel gelangen Sie ohne Registrierung oder Login zum PDF.

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