Kommentar zur Behandlungsfehler-Statistik

Der blinde Fleck muss weg

Von Anno Fricke Veröffentlicht: 16.05.2013, 11:55 Uhr

Die Behandlungsfehlerstatistik der Medizinischen Dienste zeichnet ein nur unvollständiges Bild dessen, was bei Behandlungen in den Praxen der Vertragsärzte und in den Kliniken schiefläuft.

Das Bundesgesundheitsministerium zieht sich bei diesem Thema gleich ganz auf das Ungefähre zurück. Zwischen 40.000 und 170.000 Fehler im Jahr könnten es sein, verbreitet das Ministerium via Internet.

Diese Unschärfe nutzen alle Akteure im Gesundheitswesen dazu, mit nicht nachzuprüfenden Zahlen Politik zu machen. Diese offene Flanke sollten die Ärzte schließen.

Ein umfassendes Behandlungsfehlerregister, das auch die Daten der Haftpflichtversicherer und der Gerichte einbezöge, könnte das Bild scharf stellen helfen. Für niedergelassene Ärzte bedeutete ein solcher Akt der Aufklärung keinen Imageschaden. Ein Register könnte vielmehr einen wichtigen Beitrag zur Versorgungsforschung leisten.

Fast die Hälfte der von den MDK-Gutachtern bestätigten Behandlungsfehler entfallen auf das Therapiemanagement, die Dokumentation, die Patientenaufklärung und die Organisation von Behandlungen.

Das zeigt schon auf, wo Ärzteorganisationen und Gesetzgeber ansetzen könnten, um mehr Zeit für die Ärzte freizuschaufeln, ihren eigentlichen Beruf auszuüben.

Lesen Sie dazu auch: Behandlungsfehler: Orthopäden und Unfallchirurgen am häufigsten am Pranger

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
TI-Anschluss mit gefährlichem Datenfluss

Praxis-EDV

TI-Anschluss mit gefährlichem Datenfluss

Planlos gegen Diabetes

Prävention

Planlos gegen Diabetes

Wer darf was mit Krankendaten?

Nightingale, DVG & Co

Wer darf was mit Krankendaten?

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen