Direkt zum Inhaltsbereich

Corona-“Nebenwirkung“

Deutsche für stärkere Innovationsförderung im Gesundheitssektor

SARS-CoV-2 sorgt anscheinend für einen Paradigmenwechsel bei der Einstellung der Deutschen gegenüber innovativen Technologien. Jetzt wollen sie diese sogar stärker gefördert sehen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Stempel: staatlich geprüft: In Corona-Zeiten dinet fast jeder zweite Deutsche, dass der Staat Innovationen im Gesundheitsbereich fördern sollte.

Der Staat sollte Innovationen im Gesundheitsbereich fördern, findet in Corona-Zeiten fast jeder zweite Deutsche.

© bluedesign / stock.adobe.com

Gütersloh. Der gegenwärtige, durch die Corona-Pandemie ausgelöste Akzeptanz- und Nachfrageboom von E-Health-Lösungen in Deutschland scheint zu einem Umdenken bei der Bevölkerung in Deutschland in puncto Innovation und Technikaffinität geführt zu haben. Wie eine am Donnerstag publizierte, repräsentative EU-Befragung im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung zeigt, sehen 49 Prozent der Deutschen einen politischen Förderungsbedarf von Innovationen im Gesundheits- und Pflegebereich – im Herbst vergangenen Jahres war das nur bei 32 Prozent der Befragten der Fall gewesen.

Generell richten sich die mit Innovationen verknüpften Hoffnungen der Deutschen vor allem auf fünf Themenfelder, so die Stiftung. Auf die Frage, in welchen Gebieten in den kommenden 15 Jahren positive Effekte durch technologische Entwicklungen oder Digitalisierung zu erwarten seien, hätten 50 Prozent der Bundesbürger den Bereich Mobilität und Transport und 33 Prozent die Energieversorgung genannt. 31 Prozent rechneten mit Fortschritten im Gesundheitswesen und der Pflege, 28 Prozent beim Umweltschutz und im Kampf gegen den Klimawandel sowie 26 Prozent im Bildungssektor.

Deutsche offen für Innovationen

„Eine große Mehrheit der Bundesbürger ist grundsätzlich offen gegenüber Innovationen eingestellt“, heißt es im Studienbericht. Etwa zwei Drittel der Befragten erwarten demnach einen sehr positiven oder überwiegend positiven Einfluss technologischer Innovationen bzw. der Digitalisierung auf ihr persönliches Leben. Dieses Ergebnis liege sehr nahe am europäischen Durchschnitt und stehe damit im klaren Widerspruch zur immer wieder geäußerten These eines ausgeprägten Innovationspessimismus.

Lediglich 20 Prozent der Befragten (europaweit 18 Prozent) erwarteten negative Auswirkungen von Innovationen, darunter jeweils nur vier Prozent sehr negative. Noch optimistischer als der Durchschnitt zeigen sich im europäischen Vergleich dabei nur Polen, Spanier und Italiener, während die befragten Bürger in Frankreich etwas pessimistischer sind. Die positive Zukunftserwartung der Deutschen ist nahezu deckungsgleich mit der der Niederländer.

Die Technikakzeptanz sagt indessen nichts über die tatsächliche Technikaffinität aus. Sind innovative Techniklösungen am Markt, so zählten die Deutschen bisher eher nicht zu den „Early Adopters“, also denen, die schnell zugreifen, sondern eher zu den abwartenden Skeptikern. Hier könnte Corona für einen gewaltigen Akzeptanzschub sorgen.

Land der Datenschutzbedenken

„Eine eher deutsche Besonderheit ist das hohe Maß an Sensibilität für den Datenschutz. 45 Prozent der Deutschen erwarten diesbezüglich negative Effekte durch fortschreitende Technologie und Digitalisierung. Diese Sorge steht bei den möglichen Bedenken hierzulande an erster Stelle und ist deutlich stärker ausgeprägt als im europäischen Durchschnitt (36 Prozent)“, weisen die Bertelsmann-Experten auf ein deutsches Spezifikum hin. In Frankreich, Italien, Großbritannien oder Polen seien die datenschutzbezogenen Bedenken nochmals deutlich geringer.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz

Erste klinische Studie belegt Wirksamkeit des Herzpflasters

Münchner Aids- und Infektiologie-Tage

Chronische Hepatitis B: Heilung durch monoklonalen Antikörper?

Lesetipps
Noch impfen nach einer RSV-Erkrankung?

© Porträt: privat | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Noch impfen nach einer RSV-Erkrankung?

Spirometrie bei einem Mann.

© John Thys / Reporters / Science Photo Library

Änderungen aus dem GOLD-Update

Neues Vorgehen bei COPD: Proaktiv statt reaktiv!

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram