KV Westfalen-Lippe

Digitale Musterpraxis in Planung

Die KV Westfalen Lippe plant den Aufbau einer digitalen Musterpraxis. Sie soll reinen Anschauungszwecken dienen.

Veröffentlicht: 07.12.2018, 06:22 Uhr

DÜSSELDORF. Die Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) sollen sich künftig ein konkretes Bild davon machen können, was die Digitalisierung für die Arztpraxen bedeutet. Die KVWL plant den Aufbau einer digitalen Musterpraxis. Das kündigte Vorstandsmitglied Thomas Müller beim Regionalforum des Bundesverbands Managed Care Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf an.

„Ich glaube, dass es einer KV gut tut, so eine digitale Praxis zu haben“, sagte Müller. Die Praxis soll ausschließlich Anschauungszwecken dienen, Patienten werden nicht behandelt. In der Einrichtung, die Teil des geplanten Umbaus der KVWL-Zentrale in Dortmund wird, sollen die Ärzte nach Angaben Müllers verschiedene technische Komponenten und digitale Anwendungen kennenlernen.„Wir müssen in dieser Frage sprechfähig sein“, betonte er. Interessierte können etwa sehen, wie die digitale Arztvisite funktioniert oder eine Rheuma-App kennenlernen. Die Hoffnung der KVWL ist, dass sich die Aufgeschlossenheit gegenüber digitalen Anwendungen dadurch erhöht. Die digitale Musterpraxis soll im kommenden Jahr vorbereitet werden, die Umsetzung ist für 2020 geplant. Die Vielzahl an medizinischen Apps, die von Patienten genutzt werden, wird die Arztpraxen verändern, erwartet der KVWL-Vorstand. Die Patienten werden ihre Ärzte um eine Einschätzung und um Rat bitten. „Ich glaube, dass wir gut beraten sind, die Vertragsärzte darauf vorzubereiten.“

Gemeinsam mit Partnern erprobt die KVWL eine arztgeführte elektronische Fallakte in den Bereichen Geriatrie, Pädiatrie, Demenz und Notfall-Pflege. „Wir sehen darin eine ernstzunehmende Alternative zu den patientengeführten Akten“, sagte Müller. Solange die Akten-Angebote der Krankenkassen wie Vivy, TK-Safe oder das AOK Gesundheitsnetzwerk nochunter Datenschutzproblemen und anderen Kinderkrankheiten leiden, rät die KVWL ihren Mitgliedern dazu, Befunde nur in analoger Form an Patienten herauszugeben. (iss)

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