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Telemedizin

Digitalisierung alleine richtet es nicht

Weg von Einzelprojekten hin zu einer strukturierten Versorgungslandschaft – nur so kann Telemedizin erfolgreich sein, hieß es beim „NRW-Kongress Telemedizin 2019“.

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DÜSSELDORF. Das Ende der Förderung durch den Innovationsfonds dürfe nicht dazu führen, dass große Telemedizin-Initiativen wie Telnet@NRW plötzlich auf Eis liegen. „Wir brauchen eine nahtlose Überführung der Projekte in die Versorgung“, forderte Professor Gernot Marx, Vorstandsvorsitzender der DGTelemed, beim „NRW-Kongress Telemedizin 2019“ in Düsseldorf. „Die Netzwerke müssen gepflegt werden.“

Marx ist Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik Aachen und Konsortialführer von Telnet@NRW. In dem telemedizinischen Netzwerk stellen Experten der Unikliniken Aachen und Münster ihr Wissen in den Gebieten Infektiologie und Intensivmedizin Kollegen in 17 Kliniken und zwei Ärztenetzen zur Verfügung. Ende Januar sollen die Ergebnisse des Projekts vorgestellt werden.

Der Pioniergeist und der Mut, etwas Neues auszuprobieren, dürften danach nicht verpuffen. „Die Zeit rinnt uns durch die Finger“, warnte Marx. Die erfolgreichen Initiativen im Bereich der Telemedizin müssen nach seiner Ansicht auch deshalb schnell auf eine feste Grundlage gestellt werden, weil es viel Interesse von außen gebe, diesen Markt mitzugestalten. „Es ist unsere Pflicht, unser gut gestaltetes Gesundheitswesen in die neue Generation, auf die digitale Ebene zu überführen“, sagte Marx.

Auch der Staatssekretär im NRW-Gesundheitsministerium Dr. Edmund Heller hält es für notwendig, bei der Telemedizin weg von Einzelprojekten hin zu einer strukturierten Versorgungslandschaft zu kommen. NRW wolle hierbei eine Vorreiterrolle spielen, betonte er. Die Förderung der Telemedizin spielt nach seinen Angaben eine große Rolle bei der Digitalstrategie des Landes. „Die Chancen zur Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit der medizinischen Versorgung durch die Telemedizin sind groß.“ Dennoch dürfe sich die Landesregierung nicht ausschließlich auf digitale Entwicklungen konzentrieren, sagte Heller.

Die durch Alterung, Ärztemangel und Stadt-Land-Gefälle entstehenden Versorgungsprobleme verlangten nach analogen Maßnahmen wie dem Hausarztaktionsprogramm, dem Quereinstieg in die Allgemeinmedizin, der Landarztquote oder erhöhten Studienkapazitäten. „Es geht darum, in allen Regionen des Landes für eine ausreichende Zahl von Ärzten zu sorgen, die die neuen digitalen Möglichkeiten nutzen können, um eine bestmögliche Versorgung der Menschen zu gewährleisten“, beschrieb Heller die Zielrichtung. (iss)

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