Uniklinikum Mannheim

Doppelspitze setzt auf Neuanfang

Nach dem Hygieneskandal an der Uniklinik Mannheim setzen die beiden neuen Geschäftsführer auf Vertrauensbildung und Investitionen.

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MANNHEIM. Vertrauen wiederherstellen, eine exzellente Krankenversorgung sichern, den Charakter der universitären Medizin unterstreichen - so wollen die beiden neuen Geschäftsführer des Mannheimer Universitätsklinikums, Dr. Jörg Blattmann und Professor Frederik Wenz, ihr Haus im kommenden Jahr nach dem Hygieneskandal im OP-Bereich für die Zukunft rüsten, wie die neue Doppelspitze ihre Aufgaben und Ziele vor Kurzem in Mannheim skizzierte.

Der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums Mannheim hatte Ende November Wenz und Blattmann zu gleichberechtigten Geschäftsführern der Klinikum Mannheim gGmbH ernannt.

Damit vereint die neue Geschäftsführung nach Angaben des Uniklinikums umfassende berufliche Erfahrung auf dem Gebiet universitärer Medizin und in der Leitung großer Einrichtungen des Gesundheitswesens - und zwar verbunden mit internem Know-how auf der einen Seite und dem offenen Blick eines zuvor Externen auf der anderen Seite.

Wenz ist seit 2000 in der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) tätig, er ist Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie und seit Mitte des Jahres im Nebenamt Ärztlicher Direktor.

Blattmann ist aus Berlin von der Johanniter GmbH nach Mannheim gekommen. Bei der Trägergesellschaft für sämtliche stationären Johanniter-Einrichtungen brachte er seinen wirtschaftlichen Sachverstand als Vorsitzender der Geschäftsführung ein.

Durch die gleichberechtigte Doppelspitze trage Mannheim dem Anspruch an ein Universitätsklinikum Rechnung, ärztlich-wissenschaftliche Sachkunde in der Leitung zu verankern.

Blattmanns Engagement sei mit dem Ziel verbunden, das Haus wirtschaftlich auf einem guten Kurs zu halten. "Verbesserungen erreichen" - dieses Leitmotiv begleite zentral die Arbeit des Duos, zunächst verbunden mit der Aufgabe, die aktuell schwierige Situation zügig zu bewältigen.

Beiden sei wichtig, die Mitarbeiter stärker einzubinden, wenn es darum gehe, Abläufe neu zu gestalten und Informationen weiterzugeben.

Qualität im Fokus

"Um verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen, setzen wir kompromisslos auf Qualität. Das tun wir auch bei unserem Neuanfang in der Sterilgutaufbereitung.

Dadurch dauert der Weg zurück zum Normalzustand zwar länger, aber wir möchten ganz auf der sicheren Seite sein", betonten die beiden Geschäftsführer.

Die wirtschaftlichen Folgen der Probleme im Bereich Sterilgut habe die Geschäftsführung auf aktuell 8,6 Millionen Euro geschätzt.

Die Summe umfasse Umbauten, Neuanschaffungen und entgangene Einnahmen wegen abgesagter Operationen. Dennoch wolle das Haus sowohl an der Personalplanung als auch an Modernisierungsprojekten wie der Sanierung von Haus 2 festhalten.

Modernisierung überwiegend aus Eigenmitteln

Um wirtschaftlichen Spielraum zu haben, sei es für ein Klinikum heute wichtiger denn je, frei verfügbare Mittel für Zukunftsinvestitionen einsetzen zu können.

In den vergangenen zehn Jahren habe das Mannheimer Universitätsklinikum über 56 Millionen Euro in Form von Eigenmitteln in moderne Neubauten und damit in die gute medizinische Versorgung seiner Patienten investiert.

Dem stünden im gleichen Zeitraum Jahresüberschüsse von knapp 65 Millionen Euro gegenüber.

Die Neubauten der Hautklinik, des Patientenhauses, der Apotheke und des OP-Zentrums hätten zumindest teilweise, oft sogar komplett aus Eigenmitteln des Klinikums finanziert werden müssen. (maw)

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