AMG-Reform

Dr. Ed erhebt rechtliche Einwände

Der Betreiber der Online-Sprechstunde "Dr. Ed" hält gesetzgeberische Versuche, sein Geschäftsmodell in Deutschland zu torpedieren, für europarechts- und verfassungswidrig.

Veröffentlicht:

LONDON. Voraussichtlich diese Woche soll der Entwurf des "Vierten Gesetzes zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften" das Kabinett passieren. Darin ist unter anderem ein für telemedizinische Konsultationsangebote brisanter Passus enthalten, wonach einer Rezepteinlösung in deutschen Apotheken ein persönlicher Arztkontakt vorausgegangen sein muss.

Damit wäre das Geschäftsmodell der in London ansässigen Health Bridge Ltd., Betreiber der Konsultationsplattform "Dr. Ed" (www.dred.com) zumindest hierzulande betroffen. Deutsche Patienten müssten sich dann über ausländische Versandapotheken versorgen lassen, meint Firmengründer und Geschäftsführer David Meinertz.

Wie Meinertz gegenüber dieser Zeitung versicherte, hat Dr. Ed in Deutschland aktuell über 50.000 Patienten. Seiner Ansicht nach verstieße eine rechtliche Verpflichtung, dass der Rezepteinlösung ein persönlicher Arztkontakt vorauszugehen habe, gegen die europäische Patientenmobilitätsrichtlinie (2011/24/EU), die eine grenzüberschreitende Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen vorsieht.

Gemäß Artikel 11 der Richtlinie ist durch die Mitgliedstaaten die wechselseitige Anerkennung von Arzneimittelverschreibungen aus anderen Behandlungsmitgliedstaaten zu gewährleisetn.Mit dem 4. AMG-Änderungsgesetz würden, wenn es denn so kommt, "auch falsche Signale hinsichtlich der Entwicklung telemedizinischer Angebote gesetzt, die sich bereits in der Schweiz, Frankreich, Grossbritannien und den USA nachhaltig etabliert haben", so Meinertz. Er hoffe jetzt auf die Telemedizin-Befürworter im Bundestag. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Arzttermine online

Meta-Suchmaschine für Arzttermine soll die Suche effizienter machen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Eine Frau hat Schmerzen im Unterbauch aufgrund einer Blasenentzündung und hält sich mit der Hand den unteren Bauch.

© Aleksandr Rybalko / stock.adobe.com

Urogenitale Malignome

Akute Zystitis kann auf künftigen Krebs hinweisen

Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!