Gesundheits-Apps

Dynamik im Markt

Rund drei Milliarden Nutzer von Gesundheits-Apps gibt es laut Marktforscher. Wie eine Analyse zeigt, werden die Angebote immer professioneller. Hinter den Apps stehen auch Pharma- und Medizintechnikunternehmen als Anbieter.

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Die Qual der Wahl: Mehr als 100.000 neue Gesundheits-Apps pro Jahr stehen zur Verfügung.

Die Qual der Wahl: Mehr als 100.000 neue Gesundheits-Apps pro Jahr stehen zur Verfügung.

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BERLIN. Im Markt für mobile Gesundheitsanwendungen (mHealth) herrscht weiterhin ein dynamisches Geschehen.

Wie aus der kürzlich veröffentlichten Marktanalyse "mHealth App Developer Economics 2015 - The current status and trends of the mHealth app market" des Berliner Marktforschungsinstituts Research2Guidance hervorgeht, sind 2015 rund 103.000 Gesundheits-Apps publiziert worden.

Seit dem Start des Apple App Store 2008 sei der Anteil der Apps aus den Bereichen Gesundheit, Fitness und Medizin auf inzwischen fünf Prozent gestiegen.

Derselbe Marktanteil finde sich auch bei Google Play und im Microsoft Phone Store. Im Amazon Shop und der Blackberry World hingegen kämen die mHealth-Apps nur auf drei Prozent Anteil im Gesamtportfolio.

Platzhirsche seien mit jeweils rund 70.000 Gesundheits-Apps die Plattformen Google Play und der Apple Store.

Ärzte meist mit an Bord

Wie die nach Angaben der Verfasser weltweit größte Studie über den gegenwärtigen Status in puncto mobile Health ergab, nehmen fast alle Anbieter Ärzte bei der Entwicklung ihrer Gesundheits-App mit ins Boot.

Zudem würden die Firmen mit zunehmender Professionalität auch immer größer. Im Schnitt weise ein App-Entwickler rund 100 Mitarbeiter auf. Die Zahl der Anbieter, die quasi in der Garage anfingen, habe sich binnen Jahresfrist von 15 auf acht Prozent nahezu halbiert.

53 Prozent der Anbieter von Gesundheits-Apps reklamierten für sich als Motivation, anderen helfen zu wollen. Dieses altruistische Denken neben dem Verfolgen von Unternehmenszielen sei unique im App-Markt, heißt es in der Studie.

Chroniker als Hauptzielgruppe

Die Hauptzielgruppe der Anbieter von Gesundheits-Apps seien mit 48 Prozent chronisch kranke Menschen.

Wurden 2013 weltweit noch 1,7 Milliarden Gesundheits-Apps heruntergeladen, waren es 2014 schon 2,3 Milliarden. Fürs laufende Jahr prognostizieren die Studienautoren sogar drei Milliarden Downloads.

Allgemein ist die Strahlkraft der meisten Apps eher gering, wie die Untersuchung zeigt. So erreichten 62 Prozent der Anbieter von Gesundheits-Apps im vergangenen Jahr gerade einmal bis zu 5000 Downloads, 21 Prozent kamen auf bis zu 10.000 Nutzer, sechs Prozent auf bis zu 100.000 Anwender.

Beim Blick hinter die Kulissen offenbart sich die zunehmende Dominanz von IT-Unternehmen 25 Prozent) oder klassischen App-Entwicklern (23 Prozent), die als Anbieter der Gesundheits-Apps auftreten. 2014 betrug deren Anteil noch 22 respektive 16 Prozent.

Einen deutlichen Zuwachs bei den Anbietern binnen Jahresfrist ist hier im Bereich der pharmazeutischen Industrie zu verzeichnen, deren Anteil sich um zwei Drittel von drei auf fünf Prozent erhöhte. Auch der Anteil der Medizintechnikunternehmen bei den mHealth-Anbietern steigerte sich von fünf auf sechs Prozent.

Wie die Marktbeobachtung zudem ergab, offerieren 84 Prozent der Anbieter von Gesundheits-Apps weniger als zehn Lösungen im Markt, 30 Prozent bieten sogar nur eine einzige mHealth-Applikation an. (maw)

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