Ärzte verzichten

E-Arztausweis ohne Nutzen?

Das Interesse der Ärzte am elektronischen Heilberufsausweis ist da, dennoch haben nur wenige einen - weil es keine Einsatzmöglichkeiten gibt.

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Elektro-Ausweis: Wenig Anklang, weil die Anwendungen fehlen.

Elektro-Ausweis: Wenig Anklang, weil die Anwendungen fehlen.

© medisign

ESSEN (iss). Erst ein Bruchteil der Ärzte in Deutschland besitzt einen elektronischen Heilberufsausweis (HBA).

Das liegt weder an technischen Problemen noch am Desinteresse der Ärzte. "Was fehlt, sind die Anwendungen für den Heilberufsausweis", sagte Dr. Jürgen Faltin vom rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium auf der Tagung "IT-Trends Medizin/Health Telematics" in Essen.

Er nannte das Beispiel der Ärztekammer Rheinland-Pfalz. Sie hat vom 1. Februar 2011 bis zum 20. August 2012 ganze 233 elektronische Arztausweise ausgegeben, bei 15.000 Ärzten.

Da es kaum Einsatzmöglichkeiten für die Chipkarte mit elektronischer Signaturmöglichkeit gibt, sähen die Mediziner keinen Grund, für die Nutzung 10,40 Euro im Monat plus einmal 140 Euro für das Kartenlesegerät auszugeben, sagte Faltin.

Wann sich das ändern wird, ist für ihn klar: "Mit dem Aufbau und der Umsetzung der Telematikinfrastruktur kommen die Anwendungen." Denn der HBA sei integraler Bestandteil des Sicherheitskonzepts der elektronischen Gesundheitskarte.

"Ärzte, Zahnärzte und Apotheker sind verpflichtet, sich bei jedem Zugriff auf medizinische Daten über die elektronische Gesundheitskarte mit ihrem Heilberufsausweis zu authentifizieren", betonte Faltin.

Nach Angaben von Thomas Althoff, Referent in der Stabsstelle Telematikder Ärztekammer Westfalen-Lippe, sind bundesweit etwas mehr als 3000 HBA ausgegeben.

Davon stammen 2000 aus Nordrhein, wo die Online-Abrechnung mit der digitalen Signatur über einen niedrigeren Verwaltungskostensatz gefördert wird. Grundsätzlich seien die Kammern in 14 Bundesländern in der Lage, die bundesweit gültigen Ausweise auszugeben.

Das nutze aber nichts, solange es nur wenige Einsatzmöglichkeiten gebe, betonte auch Althoff. "Medizinische Anwendungen gibt es bislang nur pilothaft." Er nannte zum Beispiel das Projekt zum elektronischen Arztbrief in Düren.

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