E-Card kann jetzt in Kliniken Einzug halten

Nicht nur niedergelassene Ärzte, auch Krankenhäuser müssen sich auf die elektronische Gesundheitskarte vorbereiten. Schwierigkeiten werden dabei nicht erwartet. Die kommen erst in den nächsten Ausbaustufen.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:
Lesegeräte für die E-Card brauchen bald auch die Kliniken. Die Kostenfrage ist meist durch Finanzierungsvereinbarungen geklärt.

Lesegeräte für die E-Card brauchen bald auch die Kliniken. Die Kostenfrage ist meist durch Finanzierungsvereinbarungen geklärt.

© german telematics

BERLIN. "Von den IT-Themen, die derzeit die deutschen Krankenhäuser beschäftigen, ist der Basis-Rollout der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sicher eines der kleineren", sagt Jörg Meister von der Deutschen Krankenhaus-Gesellschaft (DKG).

Nachfragen von Krankenhausvertretern bei der DKG, die sich unmittelbar auf den anstehenden Basis-Rollout beziehen, seien selten. "Die Häuser sind eher froh, dass es nun endlich losgeht", so Meister im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Anders als im niedergelassenen Bereich läuft die Finanzierung der Kartenlesegeräte bei den Krankenhäusern im Rahmen der Budgetverhandlungen.

"Das ist bei den meisten Kliniken schon im Jahr 2010 passiert, bei einigen anderen auch erst im Jahr 2011", so Meister.

Frist für die Terminalpauschale gilt auch in Kliniken

Die Konsequenz ist, dass es im stationären Bereich keinerlei Fristen zu beachten gibt, ab denen eine Erstattung der Kosten für die eHealth-BCS-Terminals nicht mehr möglich wäre.

Die einzige Frist, die die Kliniken einhalten müssen, ist Anfang Oktober für die Anschaffung der Terminals. Denn ab dann können in Kliniken genauso wie in Arztpraxen die ersten Patienten mit eGK auftauchen.

Wie viele eHealth-BCS-Terminals im Rahmen der Budgetverhandlungen erstattet werden beziehungsweise wurden, hängt von den individuellen Gegebenheiten im jeweiligen Krankenhaus ab, gestaffelt nach Fachabteilungsstruktur und Bettenzahl.

Kliniken erwarten keine technischen Schwierigkeiten

Nötig sind Geräte am Empfang, in den Ambulanzen und - bei dezentraler Aufnahme - auch auf den betreffenden Stationen. "Die Terminalkosten der allermeisten Häuser werden dabei durch die Finanzierungsvereinbarung gedeckt. Das ist ein sachgerechter Rahmen", sagte Meister.

Technische Schwierigkeiten für die Häuser sind beim Basis-Rollout nicht zu erwarten. Ein Problem im Rahmen des vorgezogenen Rollouts in Nordrhein trat bei Kliniken auf, die mit Terminal-Server-Systemen arbeiten.

"Das konnte dort aber gelöst werden, sodass wir hier keine weiteren Schwierigkeiten erwarten. Die eGK funktioniert auch unter diesen Bedingungen", so Meister.

Konnektor könnte Herausforderung bedeuten

In Kürze will die DKG den Krankenhäusern aktuelle eGK-Testkarten zur Verfügung stellen, mit denen die Lesegeräte vor der Inbetriebnahme überprüft werden können.

Die eigentliche Herausforderung für die Krankenhäuser sind die nächsten Ausbaustufen der elektronischen Gesundheitskarte.

Wenn prioritäre Anwendungen wie Notfalldaten und Online-Update kommen, dann brauchen auch Krankenhäuser einen Konnektor, damit sie sicher mit der Telematikinfrastruktur verbunden werden können.

Besondere Bedingungen in Klinikabläufen

Zumindest bei großen Häusern wird dabei der Einbox-Konnektor der ambulanten Praxen nicht ausreichen.

"Hier müssen größere, performante Lösungen her, die unter Umständen zu einer eigenen technischen Herausforderung werden", so Meister. Auch die Einführung von elektronischen Heilberufeausweisen im Krankenhausumfeld dürfte nicht reibungslos von statten gehen.

So weit ist es freilich derzeit noch nicht. Vorerst geht es darum, die Kliniken "eGK-ready" zu machen, wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft es ausdrückt, also fit für den Basis-Rollout. Größere Probleme scheint es dabei im Augenblick nicht zu geben.

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