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Anlagenkolumne

Endlich scharfe Waffen gegen Resistenzen

Immer mehr Bakterien sind gegenüber den gängigen Antibiotika resistent, doch endlich zeichnen sich lang erwartete, vielversprechende Neuentwicklungen am Horizont ab. Das eröffnet Pharmaunternehmen gute Chancen.

Von Hanno Kühn Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Zwischen 2008 und 2012 hatte die Pharmaindustrie nur zwei systemisch wirkende Antibiotika mit neuen Wirkprinzipien (NME) auf den Markt gebracht. Inzwischen scheint der Aufruf an die Hersteller, den die Direktorin der US-Zulassungsbehörde FDA Janet Woodcock 2013 erließ, zeitnah die Pipeline für neue Antibiotika zu füllen, Früchte zu tragen.

Oxazolidinone, Derivate von Glycopeptiden, Diaminopyrimidine, neue Cephalosporine wie Ceftobiprol oder andere ganz neue Wirkstoffe haben inzwischen die Zulassung der Behörden erhalten oder befinden sich bereits in späten klinischen Studien der Phase III.

Im Wirkspektrum einiger Antibiotika sind Problemkeime wie der auf der Haut siedelnde MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) oder die im Krankenhaus erworbenen Pneumokokken-Infektionen enthalten - ein Segen, nachdem die Resistenz gegen "Reserveantibiotika" wie Vancomycin stetig zugenommen hat.

Die Perspektiven für die Unternehmen, die Antibiotika mit den neuen Wirkstoffkombinationen anbieten, sind geradezu rosig: Für 2015 wird der weltweite Antibiotika-Markt auf 26 Milliarden Dollar geschätzt; die Erwartungen für 2020 liegen derzeit bei 40 Milliarden Dollar. Grund hierfür ist nicht nur die demografische Entwicklung, mit der eine Volumenzunahme der Anwendungen einhergeht.

Vielmehr werden auch immer höhere Preise für Antibiotika erzielt. Das freut pharmazeutische Hersteller wie Basilea Pharmaceutica, Pfizer, Merck & Co., Theravance oder auch kleinere Entwicklerschmieden wie Motif Bio plc oder Achagon. Das Segment Antibiotika scheint nach einer Durststrecke wieder auf dem Vormarsch zu sein. Gut für Patienten und Investoren.

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