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Partikeltherapie in Marburg

Erste Patienten im Jahr 2015?

Zunächst sind es nur Eckpunkte der Rhön-AG zur Zukunft der Partikeltherapie in Marburg. Das Land Hessen vertraut dem Klinikkonzern.

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NEU-ISENBURG. Die jahrelange Hängepartie um das Partikeltherapiezentrum in Marburg ist offenbar beendet: Die Rhön-Kliniken AG, die die Uniklinik Gießen/Marburg 2007 übernommen hat, hat gemeinsam mit der Uniklinik Heidelberg sowie der Siemens AG als Eigentümer der Anlage nun "vertragliche Eckpunkte zum Kauf und Betrieb der Partikeltherapie-Anlage sowie zum Nutzungskonzept definiert."

Das teilte der private Klinikonzern auf seiner Bilanzpressekonferenz am Mittwoch mit. Diese Eckpunkte sollen "in den nächsten Wochen" in einen Vertragstext gegossen werden. Gemeinsam mit der Uniklinik Heidelberg soll eine Gesellschaft zur "langfristigen Sicherstellung des Betriebes" gegründet werden.

Wenn die Vertragsverhandlungen positiv verlaufen, könnten 2015 die ersten Patienten in Marburg im Partikeltherapiezentrum behandelt werden. Auf dieses Signal hatte auch das Land Hessen gewartet - und mit einer Klage gegen die Rhön AG gedroht, wenn Rhön nicht bis zum 30. April ein schlüssiges Nutzungskonzept vorlegt.

Die derzeitigen Unterlagen von Rhön waren offenbar überzeugend: "Wir werden die Klageschrift am 2. Mai nicht einreichen, sondern werden die Umsetzung der Eckpunkte in Verträge abwarten", heißt es in einer Mitteilung des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und des Wissenschaftsministers Boris Rhein (beide CDU).

Allerdings hält sich die Landesregierung noch eine Hintertür auf: Erst wenn die endgültigen Verträge zwischen den neuen Kooperationspartnern vorlägen und der Prüfung standhielten, würde die Klage gegen Rhön zurückgezogen werden.

Die Landesregierung erhofft sich daraus auch eine Signalwirkung für eine länderübergreifende Zusammenarbeit von zwei Unikliniken. Die Anlage in Marburg ist neben der in Heidelberg die einzige ihrer Art in Deutschland. Allerdings steht sie fertiggestellt und ungenutzt seit rund zwei Jahren auf den Marburger Lahnbergen. Das Land Hessen hatte die Anlage mit 100 Millionen Euro unterstützt. (bee)

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