Direkt zum Inhaltsbereich

Marburg

Zukunft der Partikeltherapie bald geklärt?

Seit bald drei Jahren ist die Partikeltherapie-Anlage in Marburg fertig gestellt - noch konnte aber kein Arzt oder Patient die Geräte nutzen. Das Land Hessen bereitet derzeit eine Klage gegen die Rhön-Klinikum AG vor. Rhön seinerseits verhandelt mit allen Beteiligten über eine Lösung. Kurz vor Toresschluss kommt Bewegung in die Diskussion.

Veröffentlicht:

MARBURG/NEU-ISENBURG. Für die Partikeltherapie in Marburg zeichnet sich wohlmöglich eine Lösung ab. Laut Medienberichten vom Wochenende plant die Rhön-Klinikum AG, die Eigentümerin der Uniklinik Marburg/Gießen ist, eine gemeinsame Gesellschaft mit dem Heidelberger Uniklinikum einzugehen.

Damit könnte der Betrieb der Anlage in Marburg aufgenommen werden.

Am Uniklinikum in Heidelberg steht bereits eine ähnliche Anlage. Mit im Boot soll auch die Siemens AG sein, die die Partikelanlage in Marburg gebaut hat.

Das Land Hessen hat den Beteiligten eine Frist bis zum 30. April gesetzt, bis eine Einigung vorliegen muss. Liege bis dahin keine verbindliche Auskunft vor, wolle das Land rechtliche Schritte gegen Rhön prüfen. Das Land Hessen hatte die Partikeltherapie in Marburg in erheblichem Ausmaß finanziell unterstützt.

Informationen auf Bilanzpressekonferenz

Derzeit werden "intensive, konstruktive Gespräche" geführt, heißt es bei der Rhön-Klinikum AG auf Anfrage der "Ärzte Zeitung". Konkretere Informationen gebe es am Mittwoch, dann wolle sich das Unternehmen im Rahmen der Bilanzpressekonferenz zur Zukunft der Partikeltherapie in Marburg äußern.

Zu den derzeitigen Medienberichten wollte sich der Konzernsprecher nicht äußeren. Es sei aber richtig, dass es "viel Bewegung hinter den Kulissen" gebe.

Auf Bewegung bei einer Einigung zur Partikeltherapie wartet auch das Land Hessen. "Primäres Ziel der Landesregierung ist und bleibt die Inbetriebnahme der Partikeltherapieanlage zum Wohle der krebskranken Patienten und zur Stärkung des universitätsmedizinischen Lehr- und Forschungsstandortes Gießen und Marburg", heißt es in einer Stellungnahme des hessischen Wissenschaftsministeriums.

Das Land, das laut dem Rhön-Konzernsprecher über die Verhandlungen stets "aktiv informiert" werde, sei inzwischen zum Schluss gekommen, dass "die Verhandlungspartner in Kürze eine Entscheidung treffen könnten."

Weitere Anschubfinanzierung?

Ob Hessen die neue Gesellschaft erneut mit einer Anschubfinanzierung unterstützt, könne derzeit nicht bewertet werden, so ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums auf Anfrage der "Ärzte Zeitung". Medien hatten berichtet, das Land könne möglicherweise erneut finanziell einspringen.

Erst nachdem eine verbindliche Einigung zwischen den Projektpartnern vorliege, könne das Land die Vereinbarung bewerten. Auf Grundlage dieser Bewertung werde das Land entscheiden, ob die Klage gegen Rhön zurück gezogen werde. Danach entscheide die Landesregierung über weitere Schritte, so der Ministeriumssprecher. (bee)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt

1. Preis Charity Award 2026

Trotz Klinikaufenthalts: Einfach mal nur Kind sein

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo Cardisio

© oxyven

Oxyven

Intravenöse Sauerstofftherapie mit Applimed-O2 1000

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Ansprechen untersucht in unabhängigen radiologischen Reviews nach RECIST-v1.1-Kriterien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [13]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Diagnose und Therapie erfordern orthopädische und onkologische Expertise

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: ASTRUM-005-Studie: Finale Analyse des Gesamtüberlebens (OS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

Serplulimab beim ES-SCLC

Aus Evidenz wird eine starke Leitlinienempfehlung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Accord Healthcare GmbH, München
Abb. 1: Strukturierter Ablauf der CAR-T-Zelltherapie, in sektorübergreifender Zusammenarbeit zwischen Zentrum und zuweisender Praxis

© Janssen-Cilag

CAR-T-Zelltherapie mit Cilta-cel

Frühzeitige Zuweisung und strukturierte Patientensteuerung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Kongress in Chicago

Herzkongress AHA 2026: Diese Studien könnten die Praxis verändern

Lesetipps