Direkt zum Inhaltsbereich

Digital Health

Europa dreht das große Digital-Rad

Digitale Prävention und Diagnostik auf Basis Künstlicher Intelligenz gelten laut einer aktuellen Branchenuntersuchung europaweit als die größten Treiber eines zu digitalisierenden Gesundheitswesens.

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Patientendaten digital vor Augen: Künstliche Intelligenz ist aus dem Gesundheitswesen der Zukunft nicht mehr wegzudenken.

Patientendaten digital vor Augen: Künstliche Intelligenz ist aus dem Gesundheitswesen der Zukunft nicht mehr wegzudenken.

© Štepán Kápl / stock.adobe.com

München. Obwohl von verschiedenen Seiten immer wieder bemängelt wird, Deutschland befinde sich in puncto Digital Health eher in der Steinzeit als an der europäischen Speerspitze, trauen die Unternehmensberater von Roland Berger dem Markt für digitale Produkte und Dienstleistungen im Gesundheitswesen bis zum Jahr 2025 ein Marktvolumen von 38 Milliarden Euro zu – der gesamteuropäische Umsatz wird auf 155 Milliarden Euro taxiert. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Studie „Future of health: An industry goes digital – faster than expected“ hervor, für die laut Berger 400 internationale Experten aus dem Gesundheitsmarkt befragt worden sind.

Im Healthcare-Sektor gilt die Digitalisierung, insbesondere in Form von Künstlicher Intelligenz (KI), laut Studie als der größte Treiber der Transformation von analoger Blutzuckermessung und Dokumentation mittels Bleistift hin zur umfassenden KI-basierten Diagnostik und Befunderhebung.

„Diese rasante Entwicklung der Gesundheitsbranche wird alle Marktakteure, Patienten, Ärzte, Krankenhäuser, Versicherungen und Pharmaunternehmen zum Umdenken zwingen“, prognostiziert Karsten Neumann, Partner von Roland Berger. „Das Engagement von Technologiekonzernen aus Ost und West wird zu neuer Konkurrenz führen, mit der sich die etablierten Unternehmen auseinandersetzen müssen“, ergänzt er.

Den größten Wachstumsschub erwarten die Befragten durch die digitale Krankheitsprävention und die KI-Diagnostik. Gefolgt werden diese Anwendungen von KI-basierten Therapieentscheidungen und digitalen Therapien. Die befragten Branchenkenner gingen davon aus, dass in sechs Jahren bereits ein Fünftel der ärztlichen Leistungen durch KI abgedeckt sein könnte. Allein das Marktvolumen für Gesundheits-, Diagnose- und Selbstüberwachungs-Apps solle bis 2025 auf 16 Milliarden Euro steigen.

Sieben von zehn Experten rechnen damit, dass immer mehr Versicherte relevante Daten zu ihrem Gesundheitszustand digital dokumentieren und ihren Versicherungen freiwillig zur Verfügung stellen, um bessere Konditionen zu erhalten – in Deutschland ist das bisweilen besonders Datenschützern ein Dorn im Auge.

Wichtige Marktteilnehmer seien neben den etablierten Konzernen zunehmend innovative Health-Start-ups. So hat die Risikokapital-Finanzierung im Bereich digitale Gesundheit laut Berger im ersten Halbjahr 2019 weltweit erstmals die 4,5 Milliarden Euro-Marke überschritten. Im ersten Quartal 2019 seien weltweit 371 Transaktionen durchgeführt worden – davon 78 in Europa.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Medikalisierung und Desinformation

Wie Social Media elterliche Entscheidungen prägt

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München

Weniger Bürokratie

Wie nützt Digitalisierung?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Tollwut-Impfung: Bei wem zahlt die Krankenkasse?

Lesetipps
Harnwegsinfekt bei einem Mann

© anut21ng Stock / stock.adobe.com

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?