KOMMENTAR

Falsche Signale an Geldanleger

Von Hauke GerlofHauke Gerlof Veröffentlicht:

Der große Andrang bei der Telefonaktion der "Ärzte Zeitung" zum Thema Geldanlage hat es klar gezeigt: Viele Geldanleger fühlen sich angesichts der Abgeltungssteuer tief verunsichert und wissen nicht, wie sie am besten reagieren sollen.

Anbieter aus der Finanzbranche reiben sich die Hände und hoffen auf das große Jahresendgeschäft. In der Tat ist es richtig, vor dem Start der Abgeltungssteuer Anfang 2009 sein Depot genau auf den Prüfstand zu stellen und es bei Bedarf anzupassen. Dabei sollte aber niemand den Fehler machen, allein aus steuerlichen Gründen sein Geld umzuschichten.

Gerade Ärzte haben in den vergangenen Jahren immer wieder den Fehler gemacht, mehr auf die Steuer als auf die Rendite zu achten - und mussten deshalb teilweise hohe Verluste verkraften. Auch mit der Abgeltungssteuer kann man weiter Renditen erwirtschaften, und nicht immer bringt die neue Steuer wirklich Nachteile.

Dennoch fällt die politische Bewertung nach wie vor kritisch aus. Es ist nur schwer zu verstehen, dass bei der Altersvorsorge die nachgelagerte Besteuerung eingeführt wird - das heißt, die Renten werden besteuert - und die Erträge aus langfristigen Anlagen gleichzeitig ebenfalls stärker dem Zugriff des Fiskus unterliegen. Wünschenswert wäre es, Anreize für langfristige Anlagen zu setzen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer halbierten Abgeltungssteuer bei mindestens zwölfjähriger Haltedauer? Das würde manchem Anleger bei der Altersvorsorge schon helfen.

Lesen Sie dazu auch: Nicht nur die Steuer ist relevant Für Ärzte steht die Sicherheit der Anlagen an erster Stelle Umschichtungen innerhalb von Dachfonds bleiben steuerfrei Aktien, Renten, Zertifikate oder Immobilienfonds  -  je breiter die Risiken gestreut sind, desto besser Kurz vor dem Ruhestand sollten Sie aus Aktienfonds aussteigen

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