Direkt zum Inhaltsbereich

Folge des AMNOG: Rasilamlo® außer Vertrieb

Die frühe Nutzenbewertung läuft offenbar doch nicht so reibungslos an, wie geplant. Jetzt reagiert der erste Hersteller und stoppt den Vertrieb eines neuen Präparates.

Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG (brs). Das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) hat jetzt erstmals dazu geführt, dass ein neues Arzneimittel nicht verfügbar ist. Das Pharmaunternehmen Novartis nimmt seine im Mai dieses Jahres eingeführte Blutdrucksenker-Kombi Rasilamlo® (Aliskiren und Amlodipin) zum 1. September in Deutschland außer Vertrieb.

Eine frühzeitige Abstimmung mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) als zuständigem Gremium für die Kosten-Nutzenbewertung von Arzneimitteln sei nicht möglich gewesen, so das Unternehmen. Damit sei der Fall eingetreten, dass über die Zulassungsstudien hinausgehende Daten derzeit nicht vorliegen können.

In Folge dessen sehe sich Novartis gezwungen, den Vertrieb von Rasilamlo® auszusetzen. Wie von zahlreichen Fachleuten befürchtet, gehe die Einführungsphase des seit 1. Januar geltenden AMNOG "nicht reibungslos vonstatten", kommentiert das Unternehmen die Situation.

Das neue Gesetz sieht vor, dass Hersteller für Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen oder Wirkstoffkombinationen zum Zeitpunkt der Markteinführung beim GBA ein Dossier einreichen müssen, mit dem sie den Zusatznutzen im Vergleich zur Standardtherapie belegen.

Ist der Zusatznutzen aus Sicht des Gemeinsamen Bundesausschusses oder des IQWiG, das die Dossiers prüft, nicht belegt, droht die Eingruppierung in das Festbetragssystem. Mit dem Schritt, Rasilamlo® einstweilen nicht weiter zu vertreiben, will Novartis offenbar Zeit gewinnen, um die geforderten Daten zu generieren.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Frühzeitig an den Nachlass denken

10 typische Fehler beim Schenken und Vererben

Kooperation | In Kooperation mit: der Merkur Privatbank
Kommentare
Dr. Christoph Luyken 25.08.201119:39 Uhr

Arzneimittelkombinationen bedeuten Komfort und Kostensenkung zugleich

Wenn mehrere syergistisch wirkende Substanzen (deren Wirkung je für sich positiv bewertet ist) zu einer Kombination zusammengefaßt werden, dann ist das für die Patienten eine compliancefördernde Vereinfachung der Therapie. Außerdem bedeutet das eine rationelle Vereinfachung der Arbeitsabläufe bei Arzt und Apotheker. Und schließlich muß zwangsläufig eine Minderung der Medikamentenkosten resultieren, weil (bei 2 Wirkstoffen beispielsweise) 50% der Verpackungen wegfallen.
Von daher ist zu fordern, daß Kombinationen bereits genehmigter Einzelsubstanzen gar nicht mehr neu bewertet werden müssen. (Bürokratieabbau!)

Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Elternzeit, Krankheitsvertretung und Co.

Befristete Arbeitsverträge: Welche Fehler Sie vermeiden sollten

Ernährungsberatung

Schilddrüse: Vegane Ernährung verschärft Jodmangel

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte