Betrug oder Korruption

Fünf-Jahres-Bilanz: Kriminalität im Gesundheitswesen – fast 2.000 Fälle bisher

Etliche Anklagen und ein hoher Schaden: Wie organisierter Betrug das Gesundheitswesen belastet und welche Rolle die Nürnberger Zentralstelle spielt.

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Nürnberg. Unzulässig abgerechnete Medikamente, fingierte Pflegeleistungen oder Betrug mit Corona-Tests – in fast 2.000 Fällen von Betrug oder Korruption im Gesundheitswesen hat die zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Nürnberg in den vergangenen fünf Jahren ermittelt. Der Schaden ist immens: Gerichte ordneten laut dem Justizministerium allein in den Verfahren einen Wertersatz von mehr als 22 Millionen Euro an.

Die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg wurde im September 2020 gegründet. Bis Ende 2025 führten ihre Ermittlungen demnach zu 118 Anklagen und 131 Strafbefehlen. 335 Verdächtige mussten sich seither vor Gericht verantworten.

In den meisten Fällen geht es nach Angaben der Fachleute um Abrechnungsbetrug, etwa wenn Pflegedienste Leistungen abrechnen, die nicht erbracht worden, oder Apotheker Medikamente illegal verkaufen. Schmiergelder und Urkundenfälschung spielen demzufolge nur eine untergeordnete Rolle.

Wenn die Zentralstelle ermittle, gehe es meist um systematischen, organisierten Betrug, heißt es vom Ministerium. Dabei liege der Schaden schnell im sechs- oder sogar siebenstelligen Bereich. (kaha)

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