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Innovationsfonds

G-BA fördert Marburger Parkinson-Projekt

Die Marburger Universitätsmedizin startet eine Studie zu den Outcomes einer digital gestützten, interdisziplinären Parkinsonversorgung. Dafür gibt es Geld aus dem Innovationsfonds.

Veröffentlicht:

Marburg. Die Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Marburg startet ein bundesweites Projekt zur „proaktiven Gesundheitsversorgung für Menschen mit Parkinson“. Es wird mit 3,88 Millionen Euro vom Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert. Nach Mitteilung der Uni-Klinik soll damit die Wirksamkeit eines innovativen Versorgungskonzepts geprüft werden – mit dem Ziel einer Übertragung auf alle gesetzlich Versicherten in Deutschland. Vorbild ist das „Parkinson Netzwerk Allianz Marburg“, das in Mittelhessen betroffene Patienten, Ärzte in Klinik und Praxis, Wissenschaftler, Physiotherapeuten, Logopäden und Angehörige im Kampf gegen die Krankheit koordiniert und stärkt.

Unter Federführung der Marburger Neurologie sind auch das Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik, die Hochschule Mittelhessen, die Universität Lübeck und eine Telemedizin-Firma an dem Projekt beteiligt. Ziel ist es, bei der Betreuung von Parkinson-Patienten möglichst rechtzeitig festzustellen, wann sich der gesundheitliche Zustand eines Kranken wahrscheinlich verschlechtert und wann er eine spezielle Diagnostik und Therapie braucht. Die Informationen werden durch Videotherapie, digitale Bewegungsmesser (Smartwatches), Selbsteinschätzungen der Patienten und Fragebögen zusammengetragen. Video-Clips mit guten Tricks für den Alltag sollen den Betroffenen und ihren Familien helfen, schnell Probleme zu erkennen und praxisnahe Vorschläge liefern. Dazu gehören aber auch schnelle Rücksprachen mit Ärzten und Therapeuten und damit schnellere Therapieanpassungen, um zum Beispiel einen Sturz mit Folgen zu verhindern, sagt der Marburger Neurologe Dr. David Pedrosa: „Es muss einen echten Mehrwert für unsere Patientinnen und Patienten geben.“

Die Projekt-Beteiligten wollen durch die Studie zeigen, dass ein interdisziplinäres Team und individualisierte Behandlung sehr wichtig für die Lebensqualität der Patienten ist. Zudem wollen sie klären, zu welchem Zeitpunkt und wie die Krankheit voranschreitet und was dann am besten hilft. Auch die digitalen Helfer sollen sorgfältig getestet werden.

In Deutschland leiden derzeit rund 400.000 Menschen an einer Parkinson-Erkrankung. Die Marburger Uni-Klinik für Neurologie zählt zu den namhaften europäischen Parkinson-Zentren. (coo)

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