Ärzte-Honorare

GKV-Umsatz legt zu

Die kassenärztliche Tätigkeit lohnt sich für Ärzte mehr: Die GKV-Honorarumsätze sind im dritten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahr angewachsen - und zwar für Hausärzte und auch Fachärzte.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:
Niedergelassene Ärzte erhielten im dritten Quartal 2013 für ihre kassenärztliche Tätigkeit mehr Honorar als im Vorjahr.

Niedergelassene Ärzte erhielten im dritten Quartal 2013 für ihre kassenärztliche Tätigkeit mehr Honorar als im Vorjahr.

© Tobias Hase / dpa

BERLIN. Die Zahlen kommen immer reichlich spät: Erst 14 Monate nach Ende des dritten Quartals 2013 hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) jetzt mit dem Honorarbericht abschließend Bilanz gezogen - Monate nach Auszahlung des Honorars an die Vertragsärzte.

Die Bilanz fällt durchwachsen aus: Im Vorjahresvergleich sind die GKV-Umsätze je Vertragsarzt im dritten Quartal 2013 um genau drei Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt/Psychotherapeut lag damit bei 50.170 Euro (Q3/12: 48.701 Euro).

Auch der Honorarumsatz je Behandlungsfall stieg leicht an, wenn auch langsamer als der Umsatz je Arzt. Der durchschnittliche Fallwert liegt jetzt bundesweit und über alle Fachgruppen bei 60,14 Euro nach 59,37 Euro im Vorjahresquartal.

Die Spreizung bei den Fallwerten zwischen den einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen ist allerdings erheblich: Der höchste Umsatz je Behandlungsfall wurde mit 65,57 Euro in Bayern erzielt, der niedrigste in Brandenburg mit 54,48 Euro.

Bei den GKV-Umsätzen je Vertragsarzt sieht das Bild allerdings anders aus: Hier liegen die Ärzte/Psychotherapeuten aus Mecklenburg-Vorpommern mit 61.364 Euro an der Spitze, Berlin mit 40.798 Euro am Ende.

Höhere Steigerung bei Hausärzten

Bei den Hausärzten (Allgemeinmediziner und hausärztliche Internisten) liegen die Zuwächse etwas höher als beim Gesamtdurchschnitt der Ärzte (siehe Tabelle):

- plus 4,7 Prozent auf 48.952 Euro GKV-Umsatz je Arzt und

- plus 2,2 Prozent auf 58,30 Euro je Behandlungsfall.

Die Spreizung beim Fallwert ist allerdings auch bei den Hausärzten erheblich: Mit 63,76 Euro schießen die Bayern den Vogel ab, ganz am Ende liegen dagegen die Hausärzte aus Hamburg mit 46,88 Euro. In Hamburg ist der Fallwert zudem gegen den Trend im Vergleich zum Vorquartal um 3,8 Prozent gefallen.

Dementsprechend liegen die Hausärzte aus Hamburg mit 36.384 Euro Quartalsumsatz auch ganz am Ende der Skala. An der Spitze liegen hier die Hausärzte aus Thüringen mit 63.158 Euro Umsatz je Arzt - also 73,6 Prozent mehr als die Hausärzte in Hamburg und immer noch 25 Prozent mehr als die Kollegen im Flächenland Westfalen-Lippe.

Trendwende bei den Fachärzten?

Im fachärztlichen Versorgungsbereich fallen die Steigerungssätze laut Honorarbericht für das 3. Quartal 2013 im Vorjahresvergleich etwas schwächer aus als bei den Hausärzten. Je Arzt stiegen die Umsätze um 2,1 Prozent auf 48.189 Euro.

Bei den Fallwerten zeichnet sich eine Trendwende ab: Zwar fiel der Zuwachs mit 10 Cent je Fall über alle Fachärzte (plus 0,2 Prozent) niedrig aus - zudem verzeichneten einzelne Fachgruppen wie die Orthopäden wiederum einen Rückgang des Umsatzes je Behandlungsfall. Doch im Vorquartal war es beim Fallwert noch mit einem Minus von 0,9 Prozent sogar über alle Fachgruppen nach unten gegangen.

Zu erwarten ist, dass die Fallwerte der Fachärzte im vierten Quartal 2013 aufgrund der Einführung der Pauschale für die Fachärztliche Grundversorgung (PFG) vor einem Jahr nochmals höher liegen werden, und die Einführung des Zuschlags zur PFG im Januar 2015 wird diese Entwicklung nochmals verstärken.

Die Gesamtvergütung aller Vertragsärzte und -psychotherapeuten ist im dritten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 317,4 Millionen (plus 4,1 Prozent) gestiegen. Mit einem Plus von 9,9 Prozent fiel die Steigerung in Mecklenburg-Vorpommern am höchsten aus, in Bayern mit plus 1,6 Prozent am niedrigsten.

 Je Versichertem lag die Gesamtvergütung in Bremen mit 130,81 Euro am höchsten, mit 104,85 Euro in Baden-Württemberg am niedrigsten - wohl auch geschuldet dem hohen Anteil der Selektivverträge im Südwesten.

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