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Grifols entwickelt Hyperimmunglobulin

Der spanische Blutproduktehersteller Grifols kooperiert mit der FDA bei der Entwicklung eines Rekonvaleszentenplasmas gegen COVID-19.

Veröffentlicht: 30.03.2020, 11:21 Uhr

Barcelona. Etliche Firmen arbeiten derzeit an Impfstoffkandidaten gegen COVID-19 oder screenen Substanzbibliotheken oder auch bereits zugelassene Präparate auf eine mögliche Wirksamkeit gegen das neue SARS-Virus. Einen ganz anderen Weg geht jetzt das spanische Unternehmen Grifols. Der Blutproduktehersteller will Plasma rekonvaleszenter COVID-19-Patienten sammeln und in einer eigens hierfür gebauten Anlage in Clayton, North Carolina, zu einem, so wörtlich, „Hyperimmunglobulin“ verarbeiten. In klinischen Studien soll dann untersucht werden, was diese Hyperimmunglobulin-Therapie zur COVID-19-Behandlung taugt.

Für das Entwicklungsvorhaben sei man eine Allianz mit der US-Zulassungsbehörde FDA, der BARDA (Biomedical Advanced Research and Development Authority) sowie weiteren Bundesbehörden des Gesundheitswesens eingegangen, heißt es. Grifols ist traditionell stark im US-Markt vertreten und unterhält dort ein landesweites Netz mit 252 Blutspendezentren.

Part der FDA in der Zusammenarbeit sei es, regulatorische Hürden auf das in der gegenwärtigen Situation gebotene Maß zu reduzieren.

Grifols verspricht auch bald Alternative zum PCR-Test

FDA-Chef Stephen Hahn, von Haus aus Onkologe: „Es gibt eine behördenübergreifende Bemühung in Bezug auf Rekonvaleszentenplasma. Dies ist ein spannendes Forschungsgebiet.“ Den Vorschlag, Rekonvealeszentenplasma gegen COVID-19 einzusetzen, hatten Mitte März Forscher der Johns Hopkins School of Public Health in Baltimore sowie es New Yorker Albert Einstein College of Medicine ins Spiel gebracht.

Darüber hinaus kündigt Grifols an, beschleunigt ein auf der TMA-Technologie (transkriptionsvermittelte Amplifikation) basierendes Diagnoseverfahren zu entwickeln, dessen Sensitivität hinsichtlich des Virus-Nachweises „der Polymerase-Kettenreaktion gleichwertig oder sogar überlegen ist“. Der Test erfolge automatisiert, wobei jeder Automat täglich mehr als 1000 Proben verarbeiten könne. Dieser Test soll „in den kommenden Wochen einsatzfähig“ sein. (cw)

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